Blicke durchs Schlüsselloch der Katholischen Kirche

Ich selbst bin kein Katholik, und kann mir gerade von den letzten 50 Jahren Vatikan kaum ein Bild machen. Bin also auf Anmerkungen und Beobachtungen von Dritten angewiesen. Die haben es aber in sich.

 

In den letzten Jahren häufen sich aus den Reihen der Gläubigen die Hinweise, daß die Katholische Kirche – so wie viele andere Institutionen auch – durch Geheimdienste unterwandert wurde. Und die Mißbrauchsvorwürfe reißen nicht ab. Man könnte die Vorwürfe, was Knabenliebe betrifft, als linke Propaganda abtun. Aber dafür sind sie viel zu häufig und von Benedikt ja auch eingeräumt. Abfall vom Glauben und Pädophilie trafen sich. Beide Entwicklungen stehen nach Meinung interner Beobachter in einem engen Zusammenhang.

Um das behauptete Szenario mal kurz zu skizzieren: Das Zweite Vatikanische Konzil von 1962 bis 1965, welches zahlreiche Neuerungen und eine ausgeprägte Verweltlichung der Kirche auf den Weg brachte, erfreute sich bei der Staatssicherheit einer ausgeprägten Sympathie. Im Haushalt, in welchem ich groß geworden bin, wurde in den 60er Jahren das „Thüringer Tageblatt“ gelesen. Es war das sogenannte „Organ“ der CDU für die thüringischen Bezirke Erfurt und Gera und den fränkischen Bezirk Suhl, welches von der Staatssicherheit gesteuert und von wohlmeinenden Kritikern als „christbolschewistisch“ charakterisiert wurde.

Christlich orientierte Leser sollten durch Stasipropaganda auf sozialistische Linie gebracht werden, „Christen im Sozialismus“ wie einen Homunkulus zu erzeugen war das Ziel. Jeweils am Wochenende hatte die Zeitung die Beilage „Glaube und Heimat“. In dieser wurden die Neuerungen des 2. Vatikanischen Konzils bekanntgemacht und regelrecht bejubelt. Das ist wohl ein eindeutiger Beweis, daß der Kreml in Rom seine Hände im Spiel hatte. Die Bundesregierung hatte in derselben Zeitung und in derselben Periode übrigens den Stempel: „Die Bonner Ultras“.

Moskau habe, so die katholischen Beobachter, massiv Geheimdienstler in die Kirche eingeschleust, was wegen des geltenden Zölibats für Leute, die sich für Frauen interessieren, sehr unattraktiv war. Man habe gezielt auf Schwule zurückgegriffen, für die der Verzicht auf Frauen kein Problem sei. So entstanden schon in den Priesterseminaren der 60er Jahre regelrechte schwule Netzwerke. Und was Benedikt nicht erwähnte, von ausländischen Geheimdiensten gesteuerte Netzwerke. Um die Kirche zu diskreditieren wurden die Priester unter Druck gesetzt Meßdiener zu mißbrauchen. Bei jedem erneuten Fehltritt waren die Priester durch ihre Führungsoffiziere wieder erneut erpreßbar.

Die Methodik der Geheimdienste war diese: Leute, die irgendwie vom Weg abgekommen waren, zu führen. Ich will das mal an einem Beispiel erläutern. Eine Buchhalterin hatte 1987 Eingangsrechnungen gefälscht. Der Chef des Betriebs zeigte mir eines Tages eine Rechnung über eine Fernsehreparatur. Da war mit Radiergummi und Schreibmaschine aus 150 Mark 450 Mark gemacht worden. Die 300 Mark Differenz waren abgezweigt worden. Das wiederholte sich einige Male und die Kolleg*in verschwand im Frauenknast. Nach einem guten Vierteljahr war sie schon wieder da und der Chef eröffnete mir und anderen verschwiegenen Leuten, daß sie nun in der Stasi sei.

Sie bekam eine neu gebaute Wohnung in der Weimarer Innenstadt und trat auf, als wenn ihr die Welt gehört. Einem Lehrlingsausbilder ging sie aufs Schwein und verbat ihm seine Frau zu küssen. Dem war das unangenehm, er widersetzte sich und ist nach 30 Jahren immer noch mit seiner Frau verheiratet. Der Chef versetzte die Spitzel*in in eine abgelegene Ferieneinrichtung, wo sie weniger Schaden anrichten konnte. Kriminalität macht erpreßbar und produziert Kadavergehorsam. Das wissen auch heute noch die Verfassungsschützer.

Umstritten ist die Menge der Geheimdienstler in der Kirche. Zum Vergleich: Die Zahl der Einflußagenten in der SPD wurde in den 80ern auf etwa 20.000 geschätzt. Auch die CDU, die Grünen und die FDP waren nachgewiesenermaßen stark betroffen, wobei immer nur die Spitze des Eisbergs ans Licht kam. Die Altparteien der Bundesrepublik werden noch heute von nicht aufgedeckten Staatssicherheitsnetzwerken gesteuert, wobei die als Staat im Staat mittlerweile von neuen Strukturen geführt und finanziert werden.

Anders ist der rapide Zerfall von SPD und CDU in den vergangenen zehn Jahren nicht zu erklären. Da müssen Kräfte am Werk sein, die von innen heraus gezielt zerstören. Den schnellen Niedergang mit äußeren Faktoren wie der AfD, Präsident Trump, dem Brexit, Victor Orbán und Hartz IV zu erklären ist wirklich naiv.

Solche „Sympathieträger“ wie Dr. Merkel, Ralf Stegner oder Claudia Roth haben viel mehr Macht Parteien zu schrotten, als ihre politischen Gegner. Jeder ruiniert sich selbst so gut wie er kann, wobei schillernde Berater wie Güllner und Schellnhuber kräftig nachhelfen.

So wie Moskau die westliche Politik beeinflußte, ist es völlig unlogisch, wenn man annimmt, daß der Kreml von den 50ern bis in die 80er um den Vatikan einen großen Bogen machte. Die Fäden des Attentats auf Papst Giovanni Paolo Secondo beispielsweise führen nach Sofia, das damals eine Filiale Moskaus war. Die Sowjetunion hatte wegen der Herrschaft über Polen, Litauen, Lettland, die Tschechoslowakei, Ungarn, das Eichsfeld und Rumänien schon ein Eigeninteresse an der Zerstörung der Katholischen Religion.

Darüber hinaus war die Katholische Kirche noch in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts ein Hindernis in den westlichen Staaten stärker Fuß zu fassen. Don Camillo war ein permanentes Ärgernis für Peppone. Die Versuchung den Vatikan zu unterwandern war groß.

Der Filmausschnitt aus den 50ern zeigt eine noch heute typische Szene: Der Stalinist Peppone ist in den italienischen Senat gewählt worden, wacht aus dem Tiefschlaf auf und schwingt die Faschismuskeule.

Quelle: http://www.prabelsblog.de/2019/04/blicke-durchs-schluesselloch-der-katholischen-kirche/

Über Wolfgang Prabel

Wolfgang Prabel über sich: „Ich sehe die Welt der Nachrichten aus dem Blickwinkel des Ingenieurs und rechne gerne nach, was uns die Medien auftischen. Manchmal mit seltsamen Methoden, sind halt Überschläge… Bin Kommunalpolitiker, Ingenieur, Blogger. Ich bin weder schön noch eitel. Darum gibt es kein Bild.“ Kontakt: Webseite | Weitere Artikel

Wolfgang Prabel  20. April 2019
Rubrik: Kirchen/Religion

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