Die fehlende „Wirtschaftstheorie“ des noch gültigen globalen Geld- und Finanzsystems

Dr. Georg Chaziteodorou

 Von mehreren Theorien, die den gleichen Sachverhalt klären, ist jeweils die einfachste vorzuziehen, d.h. jene, die am wenigsten unüberprüfbare Annahmen enthält (Ockhams Rasierermesser, benannt nach Wilhelm von Ockham, 1285-1349 n. Chr.)

Was ist eine Theorie?

Es gibt verschiedenen Theorie-Definitionen:

  • Nach dem althellenischen Philosophen Plato gäbe es ohne eine breitere Theoretisierung weder eine Auffassung, noch eine Wissenschaft, d.h. «das Wort wahrhaftiger Glanz».
  • Viele Wissenschaftler unserer Zeit sind der Meinung, dass die Theorie ein Mustermodell darstellt, das noch nach mathematischer Art ausgedrückt werden muss.
  • Andere Wissenschaftler meinen, dass eine Theorie eine einfache Beschreibung des gültigen Sachverhaltes ist, eine Beschreibung die nicht anderes berücksichtigt als die reine wissenschaftlichen Gegebenheiten.
  • Nach anderen Wissenschaftler unserer Zeit, die Theorie ist ein Forschungsinstrument und nicht eine allgemeine Beschreibung oder Darstellung einer Beziehung. Es handelt es sich vielmehr um eine Definition die die Forschung hilft und befähigt zeitabhängige Hauptrichtungen zu folgen.

Von mehreren Theorien, die den gleichen Sachverhalt klären, ist jeweils die einfachste vorzuziehen, d.h. jene, die am wenigsten unüberprüfbare Annahmen enthält (Ockhams Rasierermesser, benannt nach Wilhelm von Ockham, 1285-1349 n. Chr.). Aber selbst eine durch Jahrhunderte wissenschaftlicher Forschung gesicherte Theorie, gerät ins Wanken, wenn durch das Experiment, zufällig oder mit Absicht, Sachverhalte aufgedeckt werden, die mit der geltenden Theorie durch keine Denkanstrengungen in Übereinstimmung zu bringen sind.

Bezüglich einer allgemeingültigen «Wirtschaftstheorie», es fehlen einfach die unerschütterlichen Grundprinzipien, auf die man Berechnungen für die realwirtschaftlichen Ergebnisse beleuchten kann. Die größte Gefahr für die Ökonomen, die eine gültige Wirtschaftstheorie entwerfen möchten, sei, auf Kosten der Wahrheit öffentlichen Beifall erheischen zu wollen und dabei die Pflicht unbeachtet lassen, den unangenehmen Tatsachen ins Auge zu sehen und sie zu durchdenken, ohne auf die Zustimmung für ihre Bemühungen zu schielen. Andererseits  ist in unserer Zeit die Weltwirtschaftskrise in eine politisch-moralische Krise übergegangen, für die wirtschaftliche Deutungen allein nicht mehr ausreichen. Das Problem beinhaltet Parameter mit größeren Dimensionen.

Jede wichtige Entscheidung der heutigen Menschen wird auf der Grundlage des Vergleichs von Geldbeträgen, in Scheinen und Münzen, gefällt. Man rechnet regelmäßig mit den so genannten Werten. Was genau aber diese Werte sind und wodurch sie sich von Scheinen und Münzen unterscheiden, wird regelmäßig und absichtlich verschwiegen. Deshalb herrscht irrtümlich und fast überall in der Welt die Meinung, dass Geld ein Wertmaßstab oder ein universelles Tauschmittel oder ein Wertaufbewahrungsmittel ist.

Menschen überall auf der Welt, die an die obige unsinnige Definition des Geldes glaubten und noch glauben, sind und werden absichtlich nachhaltig getäuscht und irregeleitet. Weder entstehen die heutigen Geldwerte am Markt nach dem Gesetz von Angebot und Nachfrage, noch wird das Geld selbst auf einem Markt gehandelt. Ein (Wert-) Maßstab ist eine willkürlich gesetzte, danach aber unveränderliche Grundgröße zum Vergleich, zur Messung, nach einer immer gleichen Methode. Warengeld mit Eigenwert erfüllt diese Voraussetzung nicht und ist daher auch nachweislich kein tauglicher Wertmaßstab. Der Kaufpreis einer Ware ist stets subjektiv und einzigartig und niemals allgemeingültig und daher das Ergebnis persönlicher Verhandlungsgeschicks.

Echte Werte werden immer in der Realwirtschaft geschaffen! Geld stellt deshalb immer nur den Wertmesser für die Werte der Realwirtschaft dar, niemals hingegen einen Wert an sich. Wäre Geld eine Maßgröße musste es dann immer wieder neu erfunden werden! Mann unterscheidet ganz allgemein auch zwischen Tauschwert und Gebrauchswert. Der Tauschwert ist eine Schätzung für einen Verkaufs- bzw. Kaufpreis. Der Gebrauchswert (Gebrauchsnutzen) dagegen lässt sich in Geld überhaupt nicht darstellen und tritt ein, wenn ein Gegenstand nicht verkauft, sondern verwendet wird und jeweils von etlichen Randbedingungen abhängig ist.

Damit existiert sowohl für den Tauschwert als auch für den Gebrauchswert keine wissenschaftlich taugliche Ermittlungsmethode. Auch Geldknappheiten und Geldüberflüsse sind keine Wertmaßstäbe. Es sind Preismanipulationen der so genannten freien Marktwirtschaft und dienen niemals als Grundlage für wissenschaftliche Theorien. Seit Jahrtausende wird den Menschen überall auf der Welt eingeredet, dass nur der Einsatz von Geld begründe einen Kauf. Es wird den Menschen absichtlich verschwiegen, dass jeder Preis nichts anderes als ein Wertverhältnis ist. Somit kann Geld niemals für einen Tausch verwendet werden, sondern immer nur zum Kauf. Durch den sprachlichen Trick «Tausch» werden die Menschen einerseits vom allgegenwärtigen Preis abgelenkt. Wenn eine Währungseinheit z.B. Euro nicht durch eine physikalische Maßeinheit definiert ist, wie z.B. etwa eine Feinunze Gold, wie sollte sie dann sonst definiert werden? Um was handelt es sich bei z.B. 1 Euro, wenn die Deckung selbst wieder in Euro Staatsschulden besteht? Die Währungseinheiten als undefiniert sind auch rein mathematisch betrachtet nicht abzählbar.

Die Geldmenge M in jeder Volkswirtschaft der Welt ist nur einer von vier Faktoren in der fundamentalen Gleichung der klassischen Geldwirtschaft: M x V = P x Y. Hier sind: M Geldmenge, V Geldumlaufgeschwindigkeit, P Preisniveau und Y Realeinkommen. Das Produkt P x Y stellt das Nominaleinkommen dar.

Die in der Wirtschaft umlaufende Geldmenge wird durch die Größen M1, M2 und M3 der Zentralbank bemessen. Mit M1 wird in etwa die Summe der im Umlauf befindlichen Banknoten (Schecks und Sichteinlagen d.h. Kontoguthaben bei den Banken gemessen. Bei M2 werden noch Spareinlagen und gewisse Termingelder hinzugezählt und bei M3 weitere Termingelder und Einlagen in Geldmarktfonds. Ansatzweise lässt sich die Aufblähung der Kreditvolumina erkennen, wenn man die umlaufende Geldmenge M3 durch das reale BIP teilt. Als weitere Definition der Geldmengen ist M3 nämlich auch ein Indikator für die Kreditvolumina. Weil der Indikator M3 besonders anfällig für Krisen und dadurch letztlich von den schwankenden Emotionen der Marktteilnehmer am wenigstens steuerbar ist, wird die Veröffentlichung durch die FED ab 23.03.2006 untersagt.

Die Zurechnung von Umsatzerlösen zu den einzelnen Bestandteilen einer Leistung, wie der Erzeugung eines Produktes, erfolgt immer rein willkürlich.

Das Kernproblem hierbei liegt in der Beibehaltung der vollkommen veraltete und doppelten Buchhaltung d.h. der Denkweisen des römischen Altertums wie der Sklavenwirtschaft auf der Basis der Rechtsordnung. Nur diese Buchhaltung und die aus ihr abgeleitete Bilanzen ermögliche es den heutigen «privaten finanziellen Eliten besonders der USA» (wer immer dazugehören mag) bzw. «Supergaunern die sich in den Glastürmen der internationalen Organisationen UNO, EU, OECD, FED, IWF, EZB, BIZ und anderen tummeln», Politik und Bevölkerung zu erpressen und zu betrügen. Europäische Politiker und Entscheidungsträger mit vorliebe aus der BRD und Frankreich werden von den USA bestochen. Friedrich Merz z.B. ist zurück in der Politik und wird als Favorit gehandelt für das Amt des Wirtschaftsministers der BRD.

Dieser Mann ist bis ins Mark seiner Knochen ein Lobbyist der USA. Der Betrug mit der Buchhaltung und Bilanzierung der finanziellen Eliten wird solange erhalten bleiben wie die Studenten der Volks- und Betriebswirtschaftslehre noch gezwungen werden die Buchungsvorgänge und Gesetzestexte auswendig zu lernen. Es handelt sich hierbei um ein geistiges Manipulationsinstrument das seit Jahrhunderten von den Supergaunern angewandt wird um ungebildeten und unerfahrenen Experten massenweise zu erzeugen. Dazu kommt dass diese Supergauner die Schlüsselpositionen weltweit in Politik, Finanz, Wirtschaft, Militär, Medien und Kultur größtenteils mit «ihren» Leuten besetzt haben.

Die innere Struktur der global herrschenden Klasse der Supergauner erfasst man in vier konzentrischen Kreisen:

  • Im innersten Kreis findet man Familien oder Clans mit jeweils einem Vermögen über einer Milliarde US-Dollar
  • Den zweiten Kreis die transnationaler Konzerne und die größten internationalen Finanzmagnaten. Diese sorgen das Reichtum des innersten Kreises und somit auch ihren eigenen zu mehren.
  • Im dritten Kreis befinden sich die wichtigsten internationalen Politiker, einige in Regierungsfunktion, andere als Berater im Hintergrund und in internationalen Institutionen, sowie die Spitzen des Militärs. Diese im engeren Sinn politische Klasse, organisiert so die Verteilung des BIP, dass viel wie möglich hin zu den beiden inneren Kreisen gelangt und sichert mit der erforderlichen demokratischen Legitimität den politischen Zirkus ab.
  • Im vierten Kreis findet man die Spitze der Wissenschaft, die Medienmogule, Rechtsanwälte, Vertreter von NGOs u.a. die den Zugang zu den Mächtigen genießen und gut bezahlt werden.

Aus dem bisher Gesagten wird deutlich, dass das Geld bisher funktioniert so wie es seine Schöpfer wollen, dass es funktioniert. Da die Schöpfer heute «Supergauner» sind, ist auch die Funktion des Geldes eine «Supergaunerei». Angeblich ist dabei der Zins einer der zentralen Nervenstränge der Weltwirtschaft. In Wirklichkeit wird die Tausch-Gerechtigkeit durch den Zins und der Zinseszins verletzt. Es werden bei diesem Vorgang nicht gleiche Werte gegeben und empfangen d.h. im Verkehrs- und Erwerbsleben wird Gewinn erstrebt und gemacht. Die wesentliche Strukturbedingung des modernen Finanz- und  Leihkapitalismus und Kommunismus (China) als Form des Wuchers und als Systeme institutioneller Auswucherung der Menschenmassen, ergibt sich aus folgenden Paradoxa des Neomerkantilismus (Ausplünderung, Unterdrückung, Scheinheiligkeit):

  • Rund 50 %, d.h. die Hälfte des gesamten BIP der jeweiligen Wirtschaftssystemen der Welt, wird von Zins, d.h. vom Kapital- und Bodenzins, aufgefressen. Mehr als die Hälfte des von den schaffenden Menschen erarbeiteten Volkseinkommens, wird Jahr für Jahr von den «Supergaunern» (Zinsbezüge jeder Art) fortgestohlen.
  • Bei Annahme eines durchschnittlichen Zinssatzes von 5% fließt das gesamte Nationalvermögen der jeweiligen Völker der Welt, einschließlich des Bodens, der Bodenerzeugnisse, aller beweglichen und unbeweglichen Güter, im Zeitraum von 15 Jahren in die Taschen der Supergauner des Neomerkantilismus. In Wirklichkeit verläuft dieser Prozess viel schneller, da der Durchschnitt des üblichen Zinssatzes in Wirklichkeit wesentlich höher liegt.
  • Jede Senkung des Zinssatzes (5%) um nur 1% hat zur Folge, dass das Arbeitseinkommen der Schaffenden um 20 % erhöht wird. Dabei ist die durch das Mehreinkommen der Schaffenden hervorgerufene Mehrproduktion nicht einmal inbegriffen. Bei Senkung des Zinssatzes um 2% ergibt sich eine Steigerung von 40%, bei 3% eine solche von 60%, bei 4% von 80%, während bei einer Senkung von 5% (mithin bei Unterstellung von 5 % Durchschnittszinssatz Befreiung von jedem Zins) die Steigerung des Arbeitseinkommens gleich 100% beträgt. In solcher Größenordnung bewegt sich das Zinsproblem in der Wirtschaft eines Landes.
  • Mehr als die  Hälfte der Preise aller Waren sind Zinslasten, die auf verschiedener Art in den Warenpreisen als Zinstribute enthalten sind. Die Löhne der Schaffenden sind in der Regel und im Durchschnitt um die Hälfte gekürzt, während die Güter des täglichen Lebens in der Regel und im Durchschnitt um das Doppelte teurer sind.
  • Zins ist Abzug vom vollen Arbeitsertrag, und zwar in voller Höhe der Zinslasten. Er wirkt in gleicher Weise gegen Arbeitnehmer und Arbeitgeber, gegen alle produktiv Schaffenden. Wer nur um Zins leiht, erhöht die Preise und vermindert die Löhne um den gleichen Betrag. Daher ist der Begriff eines so genannten mäßigen und gerechten Zinses ein Widerspruch in sich und zwar nicht erst aus moralischen, sondern auch aus mathematischen Gründen.
  • Die großen Zinsgewinner sind die, welche ihre verliehenen Gelder nicht Produktiv anlegen, sondern in nicht produzierenden, aber öffentlich gesicherten Staatsbetrieben und Staatsanleihen.
  • Der Grund- und Bodenwucher ist seit ca. 150 Jahren ins Gigantische gestiegen. Allein aus der Tatsache der Weltbevölkerungszunahme ist eine geringe Anzahl von Grundbesitzern in Verhältnis zur Mehrzahl der Besitzlosen an Grund und Boden zu ungerechtfertigtem und unverdientem Reichtum gelangt.
  • Trotz ungeheurer Vermehrung der Produktionskräfte durch die moderne Technik und Wissenschaft nach zwei Weltkriegen, d.h. trotz des erreichten oder in nächster Zeit durch die Digitalisierung erreichbaren Überflusses an Waren ist die Tatsache der gigantischen Auswucherung (Ausbeutung) als Folge des in unheimlicher Verkettung wirkenden Zinsmechanismus nicht aus der Welt geschafft. Maximierung der Produktion und Maximierung der Ausplünderung verhalten sich sowohl im kapitalistischen als auch im kommunistischen Wirtschaftssystem proportional. Die entscheidende Ursache dafür ist hauptsächlich der Mechanismus des Zinses als solcher und nicht die Art des politischen Systems, dem der gesamte materielle Kreislauf von Produktion und Konsumtion, einschließlich der allgemeinen Dienstleistungen, unterworfen ist.

Was für den einzelnen gilt, gilt auch für die Volkswirtschaft. Ein freiheitliches Wirtschaftssystem macht die Gesellschaft glücklicher. Volkswirtschaften aber, die auf den «sozialen Errungenschaften» sozialistischer Wirtschaftssysteme  beharren, müssen das zwangsläufig mit Wohlstandseinbüssen bezahlen, und zwar aller sozialen Schichten. Die erfolgslosen Versuchen in der Vergangenheit, eine allgemeingültige Wirtschaftstheorie zu entwerfen, werden hier kurz skizziert:

Bei der Subsistenzwirtschaft des späten Mittelalters arbeitet der Mensch nicht, um möglichst viel zu erwerben für sich, sondern um seinen und seiner Mitmenschen Bedarf zu decken. Es galt das Bedarfsdeckungsprinzip, standesgemäßen Unterhalts. Die Physiokraten dieser Zeit glaubten, allein die Landwirtschaft sei die Quelle allen Reichtums. Zu Beginn der Neuzeit fand der Umschwung von der natürlichen Subsistenz- zur kapitalistischen Erwerbswirtschaft statt. In dieser bezeichnet man als Merkantilismus die vorherrschende Wirtschaftspolitik und Wirtschaftstheorie in der Epoche des Frühkapitalismus (vom 16. bis zum 18 Jahrhundert), die gegen Ende des 18. Jahrhunderts durch Jean-Baptiste Colbert im französischen Absolutismus (Colbertismus) voll entfaltet wurde. Seit dem 19. Jahrhundert bis heute wird in der Substanz jeder Wirtschaftpolitik, auch einer Union, die auf Zahlungsbilanzüberschüsse und eine protektionistische Beschäftigungsstabilisierung ausgerichtet ist, der Merkantilismus systematisch betrieben. Das Ziel bleibt bis heute unverändert: Ein Land kann nur auf Kosten eines anderen Landes gedeihen! In der EU z.B. gedeihen Frankreich und die BRD auf Kosten der übrigen Mitglieder! Die USA gedeihen auf Kosten aller Nationen der Welt!

David Hume (1711-1776 n. Chr.) befasste sich mit der Geldtheorie und verwarf die merkantilistische Behauptung, dass eine große Geldmenge automatisch vorteilhaft für ein Land sei. Auch die These der Merkantilisten, dass ein Land nur auf Kosten eines anderen gedeihen könne, hielt er für falsch. Ohne Handelschranken seien Güter am billigsten zu produzieren, was für die Menschen von Vorteil sei. Unternehmerische Tätigkeit fördere auch das moralisches Bewusstsein. Alles in der Welt wird durch die Arbeit erworben und die menschlichen Bedürfnisse sind die einzige Ursache der Arbeit.

Adam Smith /1723-1790 n. Chr.) hat in seinem Werk über den «Wohlstand der Nationen» das Wirtschaftswissen seiner Zeit zusammengefasst und zu einer eigenen Theorie ausgebaut. Damit Handel und Tausch richtig funktionieren können, bedarf es eines freien Marktes, in dem der Wettbewerb für Kommunikation und Information zwischen allen Marktpartner sorgt und Machtmissbrauch durch Interessengruppen verhindert. Ohne Privateigentum kann sich Smith eine soziale und wirtschaftliche Ordnung gar nicht vorstellen.

Quellbild anzeigenEin «System der natürliche Freiheit» muss vom Staat garantiert werden. Der Staat muss Individuen und Gruppen, die im Konflikt miteinander leben, durch seine Autorität voneinander schützen. Smith geht es um das, was man heute «Ordnungspolitik» nennt. Die Summe der Eigeninteressen soll sich mit dem Gemeinwohl decken, denn die Interessen der Erzeuger wie der Verbraucher müssen optimal ausgeglichen werden damit eine wirtschaftliche Harmonie entstehen kann. Öffentlicher Reichtum besteht in der Billigkeit der Waren im Verhältnis zur Höhe der Löhne. Die Arbeiter aber sind nicht Eigentümer des Bodens oder der Produktionsmaschinen, sie arbeiten für die Besitzer des Kapitals. An der Produktion von Waren sind die Faktoren Arbeit, Kapital und Boden beteiligt. Wo Kapital eingesetzt wird, wird produktive Arbeit in Bewegung gesetzt, und weiteres Kapital angehäuft. Für Adam Smith war die Nationalökonomie eine spontane Ordnung, ein sich selbst ordneder Prozess, eine unsichtbare Hand die den Marktaustausch regelt und evolutionär entstanden ist.

In der Zeit der Restauration und Revolution (1815-1870 n. Chr.) bewegt wie die politische Entwicklung war auch der Fortschritt in Wirtschaft und Technik. In England setzte sich der Freihandel gegen den Merkantilismus durch, das Land war reich durch seine Kolonien und seinen Seehandel, die Industrie entwickelte sich rasch. Die Dampfmaschine, Elektrisches Licht, Elektromotoren, Benzin und Dieselmotoren wurden entwickelt, mit Kohle und Stahl entstand eine neue Großindustrie.

John Stuart Mill (1806-1873 n. Chr.) in seinem Werk «Grundsätze der politischen Ökonomie» gab 1848 eine Zusammenfassung der wichtigsten theoretischen Leistungen der Volkswirtschaftslehre in Form eines systematischen Handbuchs, das große Bedeutung für die Fortentwicklung der Volkswirtschaftslehre erlangte. Mill untersuchte als erster eingehend die Bildung des Marktpreises und formulierte die funktionelle Abhängigkeit von Preis, Angebot und Nachfrage. Privates Eigentum und Konkurrenz waren für ihn natürlich und selbstverständlich. Mill gilt als der Vollender der klassischen Schule der Nationalökonomie. Er knüpfte an die Lehren von Adam Smith an.

Quellbild anzeigenKarl Marx (1818-1883 n. Chr.) hatte ein «Bündnis zwischen Philosophie und Proletariat» propagiert. Er sah sich gezwungen, sich auch eingehend mit der Nationalökonomie auseinanderzusetzen. Es ging ihm also nicht primär um wirtschaftswissenschaftliche Erkenntnisse, sondern vor allem um Argumente, die seine Theorie einer zwangsläufigen Entwicklung zum Sozialismus abstützen sollten. Das Ergebnis dürfte schon von vorneherein für ihm festgestanden haben, denn noch bevor er seine Beweisführung lieferte, hatte er die Hauptresultate bereits im «Kommunistischen Manifest» vorweggenommen. Der erste Band des Kapitals erschien 1867. Angelpunkt des Werkes ist die Werttheorie. Nach Marx aber auch für Engels der Wert eine Ware bemisst sich nach der Arbeitszeit, die zu ihrer Herstellung erforderlich ist. Auch die Arbeitskraft selbst ist eine Ware deren Wert den Kosten entspricht, die zu ihrer Reproduktion erforderlich sind. Der Arbeiter erhält nur so viel Lohn, dass er gerade seine Arbeitskraft erhalten kann. Er schafft mit seiner Arbeit jedoch mehr an Werten, als seinem Lohn entspricht. Diese «Mehrwert» fließt den Kapitalisten, denen die Produktionsmittel gehören, als Profit zu und die Arbeiter, die nur ihre Arbeitskraft besitzen, werden auf diese Weise ausgebeutet. Diesen «Mehrwert», den sich der Kapitalist aneignet, investiert er, nach Marx, erneut und akkumuliert damit sein Kapital.

Max Weber (1864-1920 n. Chr.) sah die Entstehung des Kapitalismus in ganz anderem Licht als Karl Marx. In seiner Schritt 1905 «die protestantische Ethik und der Geist des Kapitalismus» legte er dar, dass die Entwicklung des modernen Kapitalismus religiöse Ideen ausschlagend gewesen seien. Besonders der angelsächsische Puritanismus hat eine neuartige Einstellung zum Wirtschaftsleben entwickelt, die Weber als «innerweltliche Askese» bezeichnete. Der Puritaner als Kapitalist sieht im Reichtum keinen persönlichen Vorteil, sondern empfindet ihn als Berufserfüllung. In dieser durch religiöse Wertideale entstandenen dynamischen Wirtschaftsordnung wird Kapital durch Gewinnmaximierung auf Kosten des Konsums akkumuliert und so die Produktivität ständig gesteigert.

Ludwig von Mises (1881-1973 n. Chr.) war in erster Linie Nationalökonom und stand in der Tradition der «Österreichische Schule». Sein erstes Werk erschien 1912 mit dem Titel «Theorie des Geldes und der Umlaufmittel». Er untersucht darin wie sich eine Veränderung der auf die Preise auswirkt und legt dar, dass übermäßige Kreditschöpfung zu Geldwertverfall, Kapitalvernichtung und zum Zusammenbruch führt.

Joseph Alois Schumpeters (1883-1950 n. Chr.) «Theorie der wirtschaftlichen Entwicklung» im Jahre 1912 ist zu entnehmen, dass er vom «Ideal des freien Wettbewerbs» wenig hielt, Er fand, dass das bestehende hohe Konsumniveau vor allem der Konzentration des Kapitals in den marktbeherrschenden Konzernen zu verdanken sei und er konnte sich vorstellen, dass die Planwirtschaft der Wettbewerbswirtschaft überlegen ist. Er veröffentlichte 1939 eine konjunkturtheoretische Untersuchung mit dem Titel «Business Cycles» und nach ihm das Wirtschaftswachstum erfolgt nacheinander in unregelmäßigen Schüben von Innovation, Kapitalnachfrage, Wachstumskrisen, Überangebot und Preisverfall.

John Maynard Keynes (1883-1946 n. Chr.) entwickelte, neben der klassischen, eine «neue Ökonomie». Mit seinem Buch 1930 «A Treatise on Money» legte er einen Entwurf der Geldtheorie vor. In seinem Hauptwerk «Allgemeine Theorie der Beschäftigung, des Zinses und des Geldes» zielt er auf eine Abkehr vom klassischen Wirtschaftsliberalismus. In überschüssigem Sparkapital sieht er vor allem einen Nachfrageausfall und nicht etwa nur notwendiges Kapital für Investitionen. Er geht von der Einsicht aus, dass die wahre Ursache der Massenarbeitslosigkeit zu hohe Reallöhne sind. Diese können durch einen Prozess der Geldentwertung verringert werden. Das ist der Kern seiner Vollbeschäftigungspolitik. Die These aber der Keynesianer, dass Lohnerhöhungen die Nachfrage fördern kann nicht stimmen. Wachsende Staatsschulden und verstärkte Umverteilung stützen nicht die Konjuktur, sondern verstärken die Inflation.

Als Währungsexperte leitete Keynes die britische Delegation in Bretton Woods, konnte sich allerdings mit seiner Vorstellung weder hier noch den Verhandlungen 1946 in Savannah, als Weltbank und der IWF gegründet wurden, durchsetzen. Das installierte System sah vor, dass die Geldmengen der Überschussländer gegen Zinszahlungen an Länder mit Defiziten ausgeliehen werden, Als dieses System etabliert wurde, waren die USA, das Leitwährungsland, zweifellos eine starke Exportnation und man konnte davon ausgehen, dass das auch so bleibt. Sobald bei der Zentralbank eines Landes Außenhandelüberschüsse aufgelaufen waren, wurden diese noch am selben Tag zur Weltbank in New York transferiert. Die USA jedoch seit Jahrzehnten mutierten von einer Export- zu einer Importnation. Sie müssten das ordnungsgemäß nach New York (Weltbank) transferierte Geld an sich selbst ausleihen. Durch diesen Rücktransfer taucht das Geld zweimal in den Bilanzen auf, und zwar als Guthaben im Geberland und in den internen Bilanzen des Schuldnerstaates, wenn es sich um das Leitwährungsland handelt d.h, die gesamte Geldmenge vergrößert sich in Höhe des Außenhandelsdefizit der USA. Das retransferiertes Geld in der USA, muss dort wieder in der internen Umlauf gebracht werden. Es handelt sich um Geldmenge die keine Wertschöpfung in der USA haben. So wuchsen  sehr stark die Auslandsverbindlichkeiten der USA mit dem Ergebnis dass sich Präsiden Nixon 1971 gezwungen sah, die Goldbindung des US-Dollats aufzuheben.

Das Bretton Woodsystem von 1944 ist damit am Ende und das Geld- und Finanzsystem untauglich.  Dieses System und jedes anderes der letzten hundert Jahren war von Anfang an zu Scheitern verurteilt, denn es ist nur eine Frage der Zeit, bis jedes schuldenbasierte System unter der zunehmenden Last von Zins und Zinseszins zusammenbrechen muss. Nachdem ab 1971 der US-Dollar nicht mehr an Gold gebunden ist, konnten die USA bei der FED Geld in beliebiger Menge emittieren, also schlicht drucken. Damit betrügen die USA die Welt und sind hauptverantwortlich für den Verfall der Wirtschaftssitten. Sie drängen andere Länder, ihre Märkte für besonders konkurrenzstarke US-Produkte zu öffnen aber sie widersetzen sich erfolgreich durch Bestechung und Erpressung der Forderung, gleichwertige Gegenleistungen zu erbringen.

Milton Friedman (1912-2996 n. Chr.) als Nationalökonom versuchte besonders den Ursachen der Inflation auf den Grund zu kommen und kam zu dem Schluss, dass die Inflation ein Phänomen der Notenpresse, ein monetäres Phänomen ist. Inflation entsteht nur dann, wenn die Geldmenge spürbar schneller wächst als die produzierte Gütermenge. Anderes als Keynes sollte nach Friedman die Geldpolitik nicht über den Zinssatz, sondern über die Steuerung der Geldmenge erfolgen.

Die Einführung der Sozialen Marktwirtschaft durch Ludwig Erhard (1897-1977 n. Chr.) widersprach nicht nur der vorherrschende Meinung und den Vorstellungen der alliierten Besatzungsmächte der BRD, sondern ebenso der an Dirigismus gewöhnten deutschen Verwaltung und nicht zuletzt der zum Teil sehr kartellfreundlichen deutschen Industrie. Für ihm war die Marktwirtschaft als solche sozial, nicht dass sie erst sozial gemacht werden müsste. Heute versteht man unter Sozialer Marktwirtschaft in der BRD gründlich was anderes. Nicht zuletzt wird der Abstand zu Ludwig Erhards Vorstellungen in der bedenkenlosen riesigen Staatsverschuldung der BRD deutlich, die mit dem Versorgungsstaat einherging.

Nach Oswald von Nell-Breuning (1890-1991 n. Chr.) sei durchaus möglich, das Verhältnis zwischen Arbeit und Kapital nicht auf der Grundlage des Lohnarbeitsverhältnisses zu regeln, sondern durch Anteile an der Wertschöpfung nach einem bestimmten Schlüssel. Er hatte die «Dynamische Rente», die Adenauer sie 1957 einführte, befürwortet, obwohl Ludwig Erhard entschieden davon warnte.

Die oben genannte Überlegungen und Theorien sind aus einer Situation des Mangels heraus entstanden. Die negativen Ergebnisse dieser werden hier mit den Schlagworten, die man in den letzten Jahren in der Massenmedien gehört und gelesen hat, wie Finanzkrise, Bankenkrise, Bad Banks, Schuldenkrise, Immobilienblase, Hedgefonds, feindliche Übernahme, Inflation und Deflation, Eurobonds, Rettungsschirm, kalte Progression, faule Kredite, Zinspolitik, Steuerbetrug, Euro-Stabilitätspakt, Privatinsolvenz, Staatsanleihen, Globalisierung, Turbokapitalismus, Billigproduktion, Minijobber, Hartz-IV-Aufstocker, Alterarmut und vieles anderes mehr, kommentiert.

Dieser Zustand basiert auf dem kranken Geld- und Finanzsystem und auf dem, die heutigen künstlichen Finanzprodukte. wie CDS und Swaps aller Art, Portofolioversicherungen usw. Alle Experten die Gehirnmasse und nicht Stroh in Kopf haben und weder parteipolitisch gebunden sind, noch einen hoch dotierten Posten bei irgendeine Bank, einer Versicherung oder einem Energiegiganten zu verlieren haben, sind sich einig: Vor der Erstellung einer allgemein gültigen Wirtschaftstheorie müssen die Abfallsprodukte, wie privatisierte Zentralbanken, vom Staat unabhängige Geschäftsbanken, die Schöpfung von Geld aus dem Nichts, Rettung der privatisierten Geschäftsbanken durch Bail-Out und Bail-In, den Zinseszins, die doppelte Buchführung, der Mythen über die Globalisierung, die Bildung von Spekulationsblasen, die Massenvernichtungswaffen der Wirtschaft wie Finanzderivate, Optionen und Terminkontrakten, private Equity, Wetten und alles was zu Verfall der Wirtschaftssitten führt, die Spekulation und vieles anderes mehr beseitigt werden. Das Geld als Ware muss für alle Ewigkeiten abgeschafft werden. Geld wird ausschließlich für die Ziele der Realwirtschaft investiert.

Quellbild anzeigenEin neues Geld- und Finanzsystem muss nachhaltig und auf Dauer stabil sein und es ohne Inflation funktioniert. Diese erforderliche Stabilität wird erreicht wenn alle Zentralbanken der Welt zu 100 % nationalisiert werden, Damit wird jedes Land in der Lage versetz ihr eigenes Finanzsystem selbst zu steuern und die eigenen Infrastruktur und Unternehmen von feindlichen Übernahmen durch «Heuschrecken» zu schützen. Nach der Aufkündigung des Goldstandards 1971 die Geldmenge, die auf der ständigen Suche nach lukrativen Anlagen um die Welt vagabundiert, hat nichts mit realen Werten in Form von Gütern und Dienstleistungen zu tun, sondern resultiert alleine aus dem Druck von Papiergeld und der Ausgabe von Krediten. Dies hat es der Finanzindustrie ermöglicht, über Aktien und Anleihen und ihre jeweilige Derivate produzierende Unternehmen innerhalb und außerhalb der USA aufzukaufen. Eine Rücker zum alten Gold-Standard muss Pflicht werden um die USA in kürzester Zeit als Erpresserstaat auszuschalten.

Wenn Zeitnah nicht etwas passiert, wird die langjährige Unfähigkeit und Unbeständigkeit der FED, der EZB und der anderen Zentralbanken, die falsche Wachstumsillusionen die durch die Geldschöpfung aus dem Nichts entstehen lassen und die Gefahr der Hyperinflation, gefolgt von deflationärer Implosion, werden bestehen bleiben. Dann wird die Welt in den kommenden Jahren die größte Vermögenszerstörung ihrer Geschichte erleben.

PD Dr.-Ing. Georg Chaziteodorou
Bleibergweg 114, D-40885 Ratingen
Tel.+Fax: 0049 2102 32513
E-Mail: chaziteo@t-online.de

Dr. Georg Chaziteodorou  16. April 2019
Rubrik: Wirtschaft, Finanzen

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