Filmregisseur Kostas Gavras („Z“) verfilmt das Buch von Jannis Barufakis „Adults in the Room“

Der Film will die Griechenald auferlegte Austeritätspolitik der Europäischen Union kritisieren, Alexis Tsipras bleibt dabei ungeschoren und Jannis Barufakis bekommt einen Glorienschein.

Mit dem Politthriller „Z“ (1969), basierend auf dem gleichnamigen Roman von Vasilis Vasilikos über den Mord an den linken Politiker Grigoris Lambrakis im Mai 1963 in Thessaloniki, gewann der griechischstämmige Filmregisseur Kostas Gavras, bekannt als Constantin Costa-Gavras, Ruhm und Geld, Vasilikos auch. „Z“ war mit zwei Oscars bedacht worden.

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Filmregisseur Kostas Gavras (Foto: Griechenland Zeitung)

Damit hatte Kostas Gavras ein Filmgenre eingefürt, das sich aktueller politischer Ereignisse in Ländern der Peripherie bediente, da, wo die bösen Diktatoren herrschten, um sie vorzuführen und das „Volk“, was das immer auch sein mag, zu mobilisieren, bis sie gestürzt waren und die vielersehnte Demokratie ihren triumphalen Einzug feiern konnte. So konnte in Griechenland mit „Z“ – und begleitet von den revolutionären Liedern von Mikis Theodorakis, der entsprechenden Berichterstattung von DW, BBC u.a.m. – die Militärjunta gestürzt werden, sein nächster Film Der unsichtbare Aufstand (1972) verteufelte die böse Diktatur in Uruguay und Vermißt (1982) die Diktatur Pinochets in Chile.

Die Beseitigung unerwünschter Militärdiktatoren und sonstiger autoritärer Machthaber ist eigentlich nicht das Verdienst von Regisseuren, Autoren oder Musikern, die ja bloß als die zweit- oder drittklassischen Exekutivorgane des zionistischen Hegemons und seiner Vasallen, vor allem der USA, Deutschlands, Englands, Frankreichs oder Israels und des jeweils dahinter stehenden deep state agieren. Da der Hegemon keine eigenständig handelnden Staatssubjekte duldet, überläßt er die Aufgabe deren Beseitigung  der „Politik“, seinen Geheimdiesten und seinen sonstigen Institutionen, die sich williger Journalisten, Künstlern und Intellektuellen bedienen, um die anvisierten Bösewichte zu desavouieren und machthungrigen Politikern mit einem Demokratie-Glorienschein zu dekorieren, wozu auch die oben genannten Autoren, Künstler und Filmregisseure wie Kostas Gavras gehören.

Wie perfekt orchestriert das alles abläuft, schildert Arnold Schölzel in einem Artikel im aktuellen Heft der Zeitschrift „Melodie & Rhythmus“„. Schölzel berichtet über den „Kongress für kulturelle Freiheit“ in der so genannten Zeit des Kalten Krieges, der vom US-Geheimdienst CIA 1950 gegründet war, um linksliberale Intellektuelle für den Kampf gegen den Kommunismus zu gewinnen. Die kulturelle Freiheit sollte „mit ‚freier‘ Kultur und Atomwaffen“ besiegt werden. Zwar soll der „Kongress für kulturelle Freiheit“ 1967 seine Tätigkeit eingestellt haben, doch dies sei ein „Irrtum der sozialistischen Länder und der Linken weltweit“ gewesen. Ich kann dies insofern bestätigen, als die Junta in Griechenland 1967 geputscht hatte, als die Regierung von Georgios und Andreas Papandreu bereit war, eine Politik der Annäherung an die Sowieunion einzuleiten.

Beim Sturz der Junta 1974 war dann neben Mikis Theodorakis und Vasilis Vasilikos auch der zwielichtige Aktivist Günter Wallraff (Foto mit Brille) mit von der Partie. So hatte sich Wallraff am 10. Mai 1974 in einer gut vorbereiteten Aktion an einen Lichtmast auf dem Athener Syntagma-Platz angekettet und so das Signal für den Aufstand der Studenten im Polytechnikum gegeben. Die Junta schickte Panzer zu seiner Niederschlagung und provozierte ihren eigenen Untergang.

Vom „Kampf gegen die griechische Militärdiktatur“ hat aber auch fast die gesamte Nomenklatura der damaligen Politiker und Intellektuellen Griechenlands, die, sofern noch nicht gestorben, heute noch an den politischen und kulturellen Strippen des Landes ziehen. Dazu zählen der Journalist Vasilis Mathiopulos und seine Tochter Margarita, der ehemalige Kulturattaché der Griechischen Botschaft in der BRD Pantelis Pantelouris, die ehemalige Redakteurin der Deutschen Welle und Kulturattaché der Griechischen Botschaft in der BRD Dr. Danae Coulmas, die Buchautorin und ehemalige Redakteurin des Bayerischen Rundfunks Eleni Torossi, die griechischen Widerstandsorganisationen Patriotische Antidiktatorische Front (PAM) und Panhellenischen Befreiungsbewegung (PAK) in Deutschland (beide unter der Regie von Andreas Papandreu), Prof. Dr. Georgios-Alexandros Mangakis, der spätere Staatspräsident Karolos Papoulias, der spätere Ministerpräsident Konstantinos Simitis, Philippos Petsalnikos, Anna Benaki, Dora Bakogianni, Pavlos Bakogianni u.v.a.m.

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Jannis Barufakis (r.) mit Vassilis Vassilikos, Autor des Romans „Z“, der von Kostas Gavras verfilmt wurde (Foto: Griechenland Zeitung)

Vom Pantheon dieser „Widerstandkämpfer“ fehlt natürlich Jannis Barufakis, der damals noch zu jung war, später aber zum Finanzminister der Politechnikum angehauchten SYRIZA-Regierung wurde. Der Wirbel um sein Buch „Adults in the Room“, in Deutschland mit dem Titel „Die ganze Geschichte: Meine Auseinandersetzung mit Europas Establishment“ erschienen, zeigt aber, dass der Mann für eine Rolle in der griechischen und internationalen Politik vorgesehen ist. Am Rande sei noch hier vermerkt, dass der Name, Barufakis (gräzisiert auf Varoufakis) aus dem italienischen Baruffa kommt, vermutlich weil der Mann aus Kreta stammt, das von 1204 bis 1669 eine venezianische Kolonie war. Baruffa bedeutet auf deutsch Streit, Rauferei, in Griechenland wird Barufas genannt jemand, der αερολογίες, αρλούμπες, ανοησίες u.ä., auf Deusch Quatsch erzählt, ein Quatschkopf.

Quellbild anzeigenBildergebnis für varoufakis tsiprasThema des Barufakis Elaborats sind die ersten sechs Monate der linken SYRIZA-Regierung unter Alexis Tsipras, die bei den Parlamentswahlen 2015 an die Macht gekommen war. SYRIZA gehört im Europäischen Parlament der Fraktion Vereinte Europäische Linke/Nordische Grüne Linke (GUE/NGL). Zum besseren Verständnis der politischen Situation in Griechenland nach dem Sturz der Junta sei noch erwähnt, dass Tsipras war als Regierungschef angetreten, Griechenland aus der Krise zu führen, hatte aber keinen blassen Schimmer, wie dies zu bewerkstelligen wäre. So spielte er zuerst bei EU, Merkel und Schäuble den bösen Bub, erfüllte aber bald sämtliche Bedingungen deren Troika, der Vertreter aus Europäischer Zentralbank (EZB), Internationaler Währungsfonds (IWF) und Europäische Kommission, die mit den vereinbarten Memoranden dem Land eine katastrophale Austeritätspolitik und den Verkauf seines gesamten (infrastrukturellen) Tafelsilbers aufzwangen. Barufakis war für eine harte Linie gegenüber der Europäischen Union und hatte, unter anderem vor, der EZB die Kontrolle über der griechischen Zentralbank abzunehmen und Schuldscheine einzuführen. Da dies nicht im Sinne der EU und des inzwischen gedrehten Tsipras war, musste er gehen.

Tsipras zu Besuch bei der Partei Die Linke am 22.05.2012 in Berlin. Rechts Gregor Gysi, links Klaus Ernst, der dem Tsipras zu sagen scheint „da gehts lang, Genosse, erstmal nach den USA zum Chef“

Von Bedeutung sollte hier auch die Verwandlung von Alexis Tsipras vom  anarchischen Revolutionären zum quasi kastrierten Schaf aller EU-Regierungschefs erwähnt werden. Dazu möchte ich einige Daten zu Protokoll geben. Tsipras ist von der deutschen Linkspartei aufgebaut worden, Tsipras und seine Genossen aber auch die gesamte griechische Intelligentija stehen unter ihren Fittichen (siehe dazu meinen Artikel Ο Αλέξης, ο Κυριάκος και ο Ηγεμόνας, auf Griechisch „Alexis, Kyriakos ‚von der Partei Nea Dimokratia‘ und der Hegemon“). Ausschlaggebend waren da nicht nur die Wahlhilfe der Linkspartei für Tsipras bei den Parlamentswahlen 2015 in Athen (Riexinger vor!) sondern auch deren Instruktionen, am wichtigsten zu Besuch der The Brookings Institution und anderer Institutionen des Hegemons in den USA, die Tsipras im Januar 2013 absolvierte und von denen er als künftiger Regierungschef Griechenlands abgesegnet wurde.

Zum Film. Gavras hat über den Film erklärt: es ist „die Geschichte eines Landes und seiner Menschen, gefangen in einem Netz der Macht: der Teufelskreis der Treffen der Eurogruppe, der die Diktatur der Sparpolitik in Griechenland auferlegt hat. Hinter den geschlossenen Türen wird eine menschliche Tragödie gespielt. Eine antike griechische Tragödie in der Neuzeit“. Der Belgrader Zeitung „Politika“ sagte er, daß in seinem neuen Film selbst Politiker und Politikerinnen wie Angela Merkel auftreten werden – „vielleicht lasse ich sie ja sich selber spielen“ und auch die sogenannte „Troika“ wird in seinem Film vorkommen („Totalitarizam ekonomske vrste„). Das Projekt soll mit bislang veranschlagten Kosten von 630.000 Euro (?!) realisiert werden, etwa ein Drittel der Kosten für Dreharbeiten in Griechenland wird die griechische Tsipras-Regierung übernehmen. Die, wie sie sagt, für Griechenland kämpft zugleich aber die Interessen des Hegemons fördert, die nicht die Interessen Griechenlands sind.

Die Dreharbeiten haben in Athen begonnen

Ich komme zum Schluss. Was will Gavras mit seinem neuen Film sagen, dessen Dreharbeiten bereits in Athen begonnen haben? Eine griechische Tragödie wird es bestimmt nicht sein, der Altmeister weiß genau, dass so etwas „not sales“ und keiner würde ihn finanzieren. In einem älteren Gespräch in der Deutschen Welle sagt Gavras, „alle Filme sind politisch“, das Kino (also der Regisseur E.S.) sollte in den Menschen Gefühle anregen, sollte richtig über Probleme sprechen…wir haben alle Macht über Menschen, aber stehen auch unter der Macht anderer. Diese Machtpyramide ist Politik“. Und in der Website von Barufakis lesen wir unter einer Mitteilung von Kostas Gavras folgendes: „Am 16. Juli 2015, kurz nach seinem Rücktritt, sandte ich eine SMS an Yanis Varoufakis, den ich nicht persönlich kannte. In dieser Nachricht schrieb ich: „Beim Lesen Ihres Interviews im New Statesman glaube ich, dass ich gefunden habe, wonach ich lange gesucht habe: das Thema eines Films, ein Stück Fiktion, über ein Europa, das von einer Gruppe zynischer Menschen regiert wird getrennt von menschlichen, politischen und kulturellen Anliegen – besessen von Zahlen und nur von Zahlen.“

Was war dann das, was Gavras gefunden hatte? Ich möchte über den Fim und seinen Absichten nicht spekulieren und halte mich lieber an Fakten. Fakt ist, dass Gavras ein Filmregisseur spezialisiert auf das Genre Politithriller ist und speziell auf Diktatoren und autoritäre Machthaber, die stigmatisiert und beseitigt werden sollen. Das kann mit seinem neuen Film aber nicht die Intention sein, sonst hätte er einen Film über Maduro oder Putin drehen müssen. Fakt ist auch, dass aus Sicht der in den USA sitzenden Geldgeber seines Films auch die Europäische Union nicht ganz sauber ist, zu oft wurde in letzter Zeit Europa kritisiert – und der Geldadel des herrschenden Globalisierungs-Systems, dem ja sowohl Trump als auch Merkel oder Macron in Europa dienen. Also kann der Bösewicht im neuen Gavras-Film nur Europa bzw. das in letzter Zeit für die USA widerspenstische Deutschland sein. Das sich im Sinne des Hegemons bessern soll.

Emmanuel Sarides  13. Mai 2019
Rubrik: Medien

5 Gedanken zu „Filmregisseur Kostas Gavras („Z“) verfilmt das Buch von Jannis Barufakis „Adults in the Room““

  1. Η Ιστορία γράφεται από τους νικητές. Πολλά ψέματα, ανακρίβειες και το σπουδαιότερο ότι οι πρωταγωνιστές της ταινίας είναι τα αγαπητά παιδιά της Νέας Τάξης, αυτοί που κατάφεραν καίρια πλήγματα στην Ελλάδα της κομματοκρατίας και της συναλλαγής. Ο Φάκελος του Πολυτεχνείου και της Κύπρου δεν πρόκειται να ανοίξει σύντομα. Ο ρόλος των μυστικών υπηρεσιών, η Προδοσία Καραμανλή, η “mea culpa” του Παπανδρέου έπαιξαν σημαντικό ρόλο στην διάλυση της Πατρίδος μας. Σε λίγο τα εκατομμύρια των Λαθρομεταναστών στην Πατρίδα του Πλάτωνα και του Σωκράτη θα βγάζουν δική τους κυβέρνηση.
    Οι λίγοι σωστοί αριστεροί διεχώρισαν την θέση τους από την αριστερή άπατρι συμμορία του ΚΚΕ και του ΣΥΡΙΖΑ. Η αποχουντοποίηση απεψίλωσε τον Πατριωτικό χώρο. Τα σκυλιά αυτή τη στιγμή κατασπαράζουν τη μάνα Ελλάδα και διανέμουν τα ιμάτιά της. Όλοι δέχονται την κλιματική αλλαγή που σημαίνει 700 δις σε βάρος της Ελλάδος. Η Δεξιά και η αριστερά είναι οι δύο όψεις του ίδιου νομίσματος

  2. Varoufakis und die griechische rechtfertigungstaktik verbreitet weltweit die legende dass deutschland angeblich für alle probleme in griechenland verantwortlich ist.

    Niemals ist in griechenland jemand verantwortlich für etwas. Die osmanische herrschaft ist schuld warum griechenland seit 1821 immernoch rückständig ist.

    Die bayrischen beamten die nach griechenland gekommen sind mit dem bayerischen prinz sind angeblich schuld an der rückständigen und total aufgeblähten griechischen bürokratie. Angeblich haben sich die bayrischen beamten die nach griechenland mit dem prinz gekommen sind später in bayern riesige paläste gebaut.

    Immer sind andere schuld für griechenland.

    Was man so lesen tut über die gründung griechenlands 1821 so muss man sagen dass noch nie ein anderer staat von der internationalen gemeinschaft wie griechenland unterstützt wurde. Griechenland hat alles bekommen, von geld bis zu berater, bücher, juristen einfach alles und dass innerhalb kürzester zeit.

    Aber man kann nicht die eigene unnützlichkeit aufrecht erhalten wenn man nicht immer dem ausland die schuld für alles gibt.

    https://youtu.be/0Mw4lpmLNLY
    youtube.com
    Φάκελος: Ελληνική χρεοκοπία -…

    1. Thema ist die Verfilmung des Buches von Barufakis und der Personen (Filmregisseur, griechische Politik und Politiker, Wertewesten) die damit zu tun haben. Also deutlicher: wer steht hinter der Verfilmung und was bezweckt sie. Merke: der Wertewesten finanziert nicht solche Filme, weil der Regisseur oder der Buchautor so schön sind, er will damit was erreichen. Was will er erreichen?

      1. SariBlog varoufakis war doch über 6 monate finanzminister in griechenland, warum hat varoufakis kein einzigen investor nach griechenland geholt? Varoufakis will wie fast alle anderen griechen auch das die europäischen steuerzahler griechenland bezahlen weil wir die griechen alles erfunden haben und deutschland uns sowieso alles schuldet wegen dem zweiten weltkrieg.

        Ich sehe es werden versucht von griechenland aus finanziert mit viel geld legenden aufgebaut.
        Was besser machen in griechenland will man nicht.

        Jetzt werden wir griechen die nächsten 20 jahre alle schuld wenn wir nicht genug geld haben herr schäuble geben.

        Wenn doch die EU so schlecht und schlimm ist für griechenland warum verlässt griechenland nicht die EU?

        Diese bösen europäer bezahlen griechenland für 2019 bis 2022 ca 30 milliarden euro gratis wirtschagtshilfe weils ja immer heißt die europäer wären angeblich schuld warum griechenland nix produziert.
        https://www.cnn.gr/…/sta-29-2-dis-eyro-tha-anelthei-to…
        Στα 29,2 δισ. ευρώ θα ανέλθει το Πρόγραμμα Δημοσίων Επενδύσεων 2019-2022
        cnn.gr
        Στα 29,2 δισ. ευρώ θα ανέλθει το Πρόγραμμα Δημοσίων…
        Στα 29,2 δισ. ευρώ θα ανέλθει το Πρόγραμμα Δημοσίων Επενδύσεων 2019-2022

  3. Ja toll…Ein Propagandafilm über das Versagen des schlimmsten Finanzministers den Griechenland je hatte, finanziert mit Geldern der Steuerzahler. Wann dass nicht ehrenwert ist….Ekelhaft.

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