Iran: Nahost-Konferenz ist eine „Zirkusveranstaltung“

Irans Vizeaußenminister Seyed-Abbas Araghchi: Mehr als 100.000 Polen sind nach der Befreiung aus den Stalin-Zwangsarbeitslagern über den Iran in ihre Heimat zurückgekehrt. Die Gräber sind nach 30 Jahren ersetzbar, aber die Bevölkerung von Teheran bewahrt sie aus Respekt vor ihren Gästen auch 70 Jahre danach."

Als „Zirkusveranstaltung“ hat der Iran die geplante Nahost-Konferenz bezeichnet. Die USA wollen in Polen über den Einfluss des Irans diskutieren.

Sie sei Ausdruck „politischer Verzweiflung“, sagte Außenminister Mohamed Dschawad Sarif. Die USA und Polen haben für Februar eine internationale Konferenz zur Zukunft und Sicherheit im Nahen Osten angekündigt. Das Treffen soll am 13. und 14. Februar in Warschau stattfinden. Staaten aus aller Welt seien eingeladen teilzunehmen.

Der Sekretär des iranischen Nationalen Sicherheitsrats, Ali Schamchani, sagte, die Konferenz sei ein Zeichen dafür, dass die amerikanische Anti-Iran-Politik ein Fehlschlag sei. „Diese Politik sowie die Sanktionen der USA gegen den Iran sind gescheitert, sonst bräuchten die Amerikaner keine internationale Konferenz mehr zu veranstalten“, zitierte die Nachrichtenagentur Isna Schamchani am Samstag.

Feierlichkeiten zum 40. Jahrestag der Revolution

Nach Einschätzung von Beobachtern im Iran wurde der Zeitpunkt der Konferenz von den USA bewusst gewählt. Fast gleichzeitig finden im Iran die Feierlichkeiten zum 40. Jahrestag der Islamischen Revolution von 1979 statt.

Kritik gab es auch am Gastgeber Polen. Mehr als Hunderttausend Polen wollten 1942 im Zweiten Weltkrieg über den Iran in ihre Heimat zurückkehren, schrieb Vizeaußenminister Abbas Araghchi auf seiner Twitter-Seite. Etwa 1900 seien gestorben und auf einem Friedhof in Teheran begraben worden, der als polnischer Friedhof bekannt sei. Aus Respekt vor dem polnischen Volk sei dieser Friedhof seit über 70 Jahren unangetastet geblieben. Nun veranstalte Warschau ungeachtet dieser Vorgeschichte eine Anti-Iran-Konferenz. Das sei eine Schande, twitterte Außenminister Sarif.

Polnischen Beobachtern zufolge richten die USA das Treffen in Polen aus, weil dort voraussichtlich keine Proteste gegen die umstrittene Regierung von US-Präsident Donald Trump zu erwarten seien. Warschaus nationalkonservative PiS-Regierung und viele Polen sehen die USA als einen engen Verbündeten und Sicherheitsgaranten in der Region.

Quelle: https://www.hurriyet.de/news_iran-nahost-konferenz-ist-eine-andquot-zirkusveranstaltungandquot-18997_14356837.html

Polnischer Geschäftsträger ins Außenministerium einbestellt

Polnischer Geschäftsträger ins Außenministerium einbestellt

Aus Protest gegen die geplante Anti-Iran-Konferenz in Warschau hat das Außenministerium in Teheran den polnischen Geschäftsträger einbestellt.

US-Außenminister Mike Pompeo hatte am Freitag eine anti-Iran-Konferenz mit dem Thema „Frieden und Sicherheit im Nahen Osten“ für den 13. und 14. Februar in der polnischen Hauptstadt Warschau angekündigt. Dabei soll Iran als eine Bedrohung für den Nahost dargestellt werden.

Wie die Presseabteilung des Außenministeriums dazu mitteilte, wurde am Samstag der polnische Geschäftsträger in Teheran Vichokh Ontl ins Außenministerium einbestellt und ihm der offizielle Protest der Islamischen Republik  mitgeteilt.

Ihm wurde außerdem erklärt, die geplante Konferenz in Warschau sei eine feindseliger Schritt der USA und Teheran erwarte, dass die polnische Regierung derartigen Schulterschluss mit den USA  meide.

Der polnische Geschäftsträger gab einige Erklärungen über Themen der Konferenz und betonte, dass Warschau den Standpunkt der USA  gegenüber dem Iran nicht teile.

Quelle: http://parstoday.com/de/news/iran-i45520-polnischer_gesch%C3%A4ftstr%C3%A4ger_ins_au%C3%9Fenministerium_einbestellt

14. Januar 2019
Rubrik: Nahost

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