Merkantilismus bzw. Colberismus in Deutschland und Frankreich und die Gier nach Ausplünderung der süd- und osteuropäischen EU-Mitgliedsländer!

Georg Chaziteodorou
Georg Chaziteodorou

Wenn man die Geschichte nach dem Zweiten Weltkrieg in Europa betrachtet, muss man feststellen, dass sozialistische Wohlfahrtspolitik oder «deficit spending» nach dem Muster von Keynes noch nie einen dauerhaften wirtschaftlichen Aufschwung zustande gebracht haben. Immer war es liberale, (nicht neoliberale!) freiheitliche Wirtschaftspolitik, die das Elend besiegte und zu Wohlstand führte


Bemerkung

Die EU der Töchter und Söhne Abrahams ist nicht das Europa der Vaterländer, das Europa von Eurybiades und deswegen keine Demokratie und ist auch nach dem Scheitern des Verfassungsentwurfs nicht auf dem Wege dorthin. Das Europäische Parlament verdient diesen Namen nicht, seine Funktionen sind zu begrenzt und von den Regierungen der Mitgliedsländer geborgt. Europa hat kein Staatsvolk, das die Grundlage jeder Demokratie bildet, keine europäische Sprache, keine europäische öffentliche Meinung, keinen von allen für verbindlich gehaltenen Maßstab der staatlichen Zuständigkeiten. Gesetze werden im Ministerrat, hinter verschlossenen Türen, beschlossen, was keineswegs den Prinzipien einer Demokratie entspricht. Wie lange kann unter solchen Bedingungen dieses künstliche Gebilde noch existieren? In der Lebensordnung der Natur, gekennzeichnet durch große Fruchtbarkeit und große Sterblichkeit, ist individuelles Leben dem Leben der Gattung nachgeordnet. Das gilt auch für die längste Zeit der Menschheitsgeschichte, bis der Mensch beginnt, die Naturordnung sukzessive durch eine selbst erdachte Kulturordnung zu ersetzen, in der sein individuelles Leben größeren Bestand haben soll. Schon für Sokrates ist nicht mehr die Gemeinschaft, sondern der Einzelne das höchste Ideal. Die Entvölkerung hellenischer Städte ist etwa um 100 v. Chr. soweit fortgeschritten, dass lebenswichtige Funktionen nur noch mit Hilfe von Fremden Aufrecht erhalten werden können, Hellas Macht verlischt. Einige Jahrhunderte später wiederholt sich die gleiche Entwicklung mit erstaunlichen Parallelitäten zuerst im westlichen und danach im östlichen Römischen Reich.
Ende der Bemerkung.

Niccolò Machiavelli (1469-1527) hat als italienischer Patriot dem die Zerrissenheit Italiens schmerzte mit seinem «Il Principe» («Der Fürst») die Handlungsanweisung für einen starken Mann, der in Italien Ordnung schaffen könnte, zu Papier gebracht. Wie man sich Macht erwirbt und erhält, war für Machiavelli ein aktuelles Problem, dem er auf den Grund gehen wollte. Er entwarf deshalb eine systematische Theorie über die Technik des politischen Handels. Eine solche Theorie und einen starken Mann braucht heute dringend Hellas, sonst geht sie verloren. Diese Theorie basiert auf die Lehre der Geschichte, dass es oft Lüge, Betrug, List, Verrat und Gewalttat, Parameter sind, die den Erfolg verbürgen d.h. wer politisch handelt, muss auch Böses tun! Nach seiner Erkenntnis beruht die Funktion des Staatswesens auf Gewalt und nicht auf Gerechtigkeit weil die Untertanen undankbar, wankelmütig, heuchlerisch und voll vor Gier nach Gewinn sind. Rund 150 Jahre danach machte sich ein Engländer daran, das Model eines absolutistischen Staates zu entwerfen, um den Machtkämpfen in der politischen- und Religionsbühne seiner Zeit ein Ende zu bereiten. Thomas Hobbes (1588-1679) schrieb sein Leviathan d.h. das Buch (Sinnbild) des allmächtigen Staates, der alle Bürger verschlingt. Baruch de Spinoza (1632-1677) bei seiner Studie über den Staat begann über die Natur des Menschen Gedanken zu machen und ging dabei, wie Hobbes, von einem gesetzlosen Urzustand aus. Anders als Hobbes jedoch sah er nicht in der Monarchie die beste Staatsform, sondern in der Demokratie. Jahn Locke (1632-1704) baut sein Staatstheorie auf Aristoteles auf. Auch er wie Hobbes ging zunächst von der Vorstellung eines Naturzustandes aus, der bei ihm aber nicht durch den Krieg aller gegen alle, sondern durch die Gleichheit und Freiheit aller Individuen gekennzeichnet ist. Nach ihm streben die Menschen, dem Selbsterhaltungstrieb folgend, nach Besitz und Eigentum. Die Gaben der Natur stehen zwar allen Menschen offen, aber sie können nichts benutzen, ohne es zu besitzen. Er nannte das Werk, in dem er seine Staatstheorie aufzeichnete, «Two treatises on Government». Es wurde zur Magna Charta der bürgerlichen Demokratie. Jefferson übernahm 100 Jahre später die Gedanken von Locke mit fast wörtlichen Formulierungen in die amerikanische Unabhängigkeitserklärung von 1789.

Als Ludwig XIV. (1638-1799) auf den Thron Frankreichs kam, konnte er mit absoluter Macht, «L’Etat c’est moi!», regieren und seine Vorherrschaft in Europa aufbauen. Zusammen mit seinem 1665 zum Generalkontrolleur für Finanzen ernannten Wirtschaftsexperten Jean-Baptiste Colbert, entzog den Ständen und Provinzverwaltungen Frankreichs ihre Eigenständigkeit. Frankreich hatte im Zuge seines gegen Spanien gerichteten Strebens nach europäischer Vorherrschaft dieses Land angegriffen. Finanziert wurden die Kriegslasten durch Anleihen und Steuererhöhungen.  Unter den steigenden Abgaben litt vor allem die ländlich-bäuerliche Bevölkerungsschicht. Der Begriff, der für gewöhnlich mit der historischen Entwicklung Frankreichs zur Handelsmacht verbunden wird, lautet «Merkantilismus oder Colbertismus». Es wird behauptet, dass ein Land nur auf Kosten eines anderen gedeihen kann und dass eine große Geldmenge automatisch vorteilhaft für ein Land sei. Deutschland und Frankreich gedeihen heute in dem Binnenmarkt der EU der Töchter und Söhne Abrahams unter anderen auf Kosten der süd- und osteuropäischen Mitgliedsländer. Doch am Ende von Ludwigs Regierungszeit stand Frankreich vor dem Staatsbankrott, der, zusammen mit den erstarrten gesellschaftlichen Strukturen des Feudalsystems, zu einer wesentlichen Ursache der französischen Revolution werden sollte.

David Hume (1711-1776) der mit der Geldtheorie befasste, verwarf o.g. Ansichten des Merkantilismus bzw. Colbertismus und behauptete, dass ohne Handelsschranken Güter am billigsten zu produzieren seien, was für alle Menschen von Vorteil sei. Adam Smith (1723-1790) baute was David Hume vertrat zu einem großartigen Werk über den «Wohlstand der Nationen» aus, er verwarf alle Wirtschaftstheorien der Physiokraten und Merkantilisten die er vorfand und wurde damit zum Begründer der klassischen Nationalwirtschaft.

Für Jean-Jacques Rousseau (1712-1778) sind Freiheit und Gleichheit die beiden Hauptgegenstände, auf die das Wohl aller zurückzuführen ist. Bei Locke wurde die individuelle Freiheit durch das Eigentum garantiert. Das kam für Rousseau nicht in Frage, deshalb erfand er den «Gemeinwillen», das was für ihn eine Art objektives Gesamtinteresse und nicht etwa nur der Mehrheitswille war. Georg Wilhelm Friedrich Hegel (1771-1831 n. Chr.) in seiner Studienzeit schwärmte zwar für Rousseau. die Meinung jedoch Rousseaus, dass das Eigentum die Wurzel allen Übels sei, verwarf er. Für Hegel ist der Staat nicht um der Bürger willen da, vielmehr sollen ihn die Bürger als ein «Irdisch-Göttliches» verehren.

In der Zeit der Restauration und Revolution (1815-1870) bewegt, wie die politische Entwicklung war, auch der Fortschritt in Wirtschaft und Technik. In England setzte sich der Freihandel gegen den Merkantilismus durch. In dieser Zeit wurden in Zentraleuropa die Dampfmaschine, das elektrische Licht, die Elektromotoren, die Benzin- und Dieselmotoren entwickelt, mit Kohle und Stahl entstand eine neue Großindustrie. In seinem Werk «Principles of political Economy», gab der Theoretiker des Liberalismus John Stuart Mill (1806-1873), eine Zusammenfassung der wichtigsten theoretischen Leistungen der Volkswirtschaftslehre. Er untersuchte eingehend die Bildung des Marktpreises und formulierte die funktionelle Abhängigkeit von Preis, Angebot und Nachfrage.

David Ricardo (1772-1823) entwarf in seinem Hauptwerk «Principles of political economy and taxation» ein geschlossenes System der Wirtschaft und baute auch seine Theorie der Preisbildung auf. Für Sören Kierkegaard (1813-1855) war Hegels System grundlegend verfehlt weil man ein System des Denkens zwar aufstellen kann, nicht aber ein System des Daseins. Bei Hegel war der Einzelne in eine mit Notwendigkeit ablaufende geschichtliche Entwicklung eingebunden. Bei Kierkegaard ist der Mensch vollkommen frei, seine Entscheidungen zu treffen und er muss dafür auch selbst die Verantwortung tragen. Ludwig Feuerbach (1804-1872) lehnte auch Hegels Idealismus und dessen Begriff des absoluten Geistes ab und stellte den Mensch ins Zentrum seiner materialistischen Philosophie. Max Stirner (1806-1856) kritisierte die Idee des Nationalstaates und die staatliche Garantie des Eigentums und er musste deswegen mit Marx und Engels ausführlich auseinandersetzen.

Karl Marx (1818-1883) nannte sich selbst einen «umgestülpten Hegelianer» und wollte Hegel «vom Kopf auf die Füße stellen». Während bei Hegel der «absolute Geist» der Motor der geschichtlichen Entwicklung war, so ist es bei Feuerbach und Marx der konkrete Mensch, der sich in der Geschichte als gesellschaftliches Wesen zu begreifen lernt. Marx folgte zwar den Gedanken Hegels, dass die Geschichte Sinn und Ziel hat, doch für ihn ist nicht Gott der Motor des Weltprozesses, sondern der arbeitende Mensch. Es ist die Produktionsweise des materiellen Lebens, die den sozialen, politischen und geistigen Lebensprozess überhaupt und damit das «gesellschaftliche Bewusstsein» bestimmt. Sein historischer Materialismus d.h. seine Geschichtsauffassung ist ein Teil des «dialektischen Materialismus». Die proletarische Bewegung nannten Marx und Engels «Kommunismus» und später «Sozialismus». Unter dem «Marxismus» versteht man den «wissenschaftlichen Sozialismus». Der Kommunismus bedeutet die «positive Aufhebung des Privateigentums» und der «menschlichen Selbstentfremdung». Marx Gesamtkonzept aber war utopisch, denn weder gibt es für die Menschen ein erkennbares Endziel der Geschichte, noch ist es möglich, künftige Entwicklungen vorauszubestimmen.

In den 100 Jahren von 1814 bis 1914 herrschte in Europa überwiegend Frieden, der liberale Kapitalismus bewirkte Fortschritt und steigenden Wohlstand in einem bisher nie gekannten Ausmaß. Dann folgte der jähe Absturz aus gesichert geglaubten Höhen, der in verschieden Formen bis heute andauert. In der Zeit des Nationalismus und Imperialismus (1870-1914) konnte sich Großbritannien als Wirtschaftsmacht im Zeichen des Freihandels und als Kolonialmacht immer stärker entwickeln. Das britische «Commonwealth» umfasste, Ländereinheiten, darunter Kanada und Indien.

Nach der Reichsgründung am 18.01.1871 hatte in Deutschland mit der Gründung von Industriebetrieben ein wirtschaftlicher Aufschwung eingesetzt. Deutschland wandelte sich vom Agrar- zum Industriestaat. Friedrich Nietzsche (1844-1900) wurde durch die Werke von Heraklit zum Philosophen verwandelt.  Deshalb erschien auch ihm die Welt als ein unendlicher Prozess des Werdens und Vergehens, angetrieben von einer Urkraft, die sich selbst erhält. Für die Deutschen, meinte er,  dass diese «unterwürfig nach oben und neidisch gegeneinander» sind, eine «deraisonnable Rasse», «Virtuosen des Philisterhaften», das «zurückgebliebenste Kulturvolk Europas». Der Deutsche liebt…die Wolken und alles was unklar, werdend, dämmernd…ist: das Ungewisse und Ungestaltete…fühlt er als «tief».

Ein Sohn Hellas fragt hier: Hat der Deutsche Friedrich Nietzsche mit seiner Kritik an die Deutschen Recht? Die Hellenen erlebten die Deutschen in neuerer Zeit als barbarischen Gegner in vier Phasen: Während der Bauzeit der Eisenbahnlinie Berlin-Bagdad, während des ersten Weltkrieges, während des zweiten Weltkrieges und während der Ausplünderung Hellas unserer Zeit. Der Verfasser vergisst nicht die unsinnig geführten Debatten nach 2007 in Deutschland von deutschen politischen Gaunern über «faule Hellenen» die ihren Inseln verkaufen sollen usw. Aus den Erfahrungen die sie gemacht haben beurteilen sie den Deutschen nichts anderes als ihrem Landsmann Friedrich Nietzsche. Trotz der wirtschaftlichen Überlegenheit in der EU der Töchter und Söhne Abrahams, scheint dass Deutschland als hegemoniale Führungsmacht in Europa völlig ungeeignet zu sein. Für Hellas gibt es nur ein einzige Weg zu Rettung: Militärputsch und Grexit!

Gustave Le Bon (1841-1931) machte sich zur selben Zeit wie Nietzsche über Herdenmenschentum und Vermassung in Paris daran , das Verhalten der Menschen in der Masse zu beschreiben. Im Zeitalter der Massen empfand er besonders den Sozialismus als Bedrohung. In seiner Schrift «Psychologie du socialisme» nannte er den Sozialismus «die schwerste Gefahr, von der die europäischen Völker bedroht werden». Er hielt auch nicht viel von den Deutschen. In seiner Abhandlung «Lehren aus dem europäischen Krieg» urteilt er über die Deutschen, dass zu ihren Charakterzügen neben der Unterwürfigkeit gegenüber jeder offiziellen Autorität und ihrer Kameraderie ein hochmütiges Gefühl der kollektiven Überlegenheit gehört.

Nach William James (1842-1910) «Wahr ist das, was sich durch seine praktischen Konsequenzen bewährt». Nicht das Denken ist der eigentliche Prüfstein der Wahrheit, sondern das Handeln. Charles Sanders Peirce (1839-1914) untersuchte den logischen Charakter wissenschaftlichen Denkens. Er definierte die Logik als «Wissenschaft der Zeichen» und die Semiotik als «Wissenschaft der Darstellungen». Der dritte Philosoph des Pragmatismus aus den USA war nach Peirche und James John Dewey (1859-

1952). Sein Ziel war es, den Pragmatismus für die Lebenspraxis der Menschen fruchtbar zu machen und ihn besonders auf die Politik anzuwenden. Zu Jahrhundertwende erschien das Werk von Georg Simmel (1858-1918) über die «Philosophie des Geldes» mit der er den Nerv der Zeit traf. Für Ihm ist der Tausch die elementare Beziehung zwischen den Menschen. Das Leben folgt dem Strukturprinzip der Wechselwirkung auf das sich alle geistigen Funktionen zurückführen lassen und das im Geldverkehr seinen reinsten Ausdruck findet.

In der Zeit der Weltkriege (1914-1945) als Ergebnis der kolonial- und machtpolitischen Rivalitäten der Großmächte, litt Deutschland aber auch die Siegermächte schwer unter den wirtschaftlichen und sozialen Kriegsfolgen. Nach dem Ersten Weltkrieg (1914-1918) vertrat Max Weber (1864-1920) die Ansicht, dass in Deutschland sowohl das Bürgertum wie auch die Arbeitsklasse vor den nationalen und weltpolitischen Aufgaben versagt hätten. In seiner Schrift «Die protestantische Ethik und der Geist des Kapitalismus» legte er dar, dass für die Entwicklung des modernen Kapitalismus besonders der angelsächsische Puritanismus eine neuartige Einstellung zum Wirtschaftsleben entwickelt hat. Damit sah er die Entstehung des Kapitalismus in ganz anderem Licht als Marx. Arnold Gehlen (1904-1976) legt in seinem Hauptwerk «Der Mensch» dar, dass der Mensch nicht ein Tier mit Geist ist, sondern ein «Sonderentwurf der Natur». Das Tier ist in seine Umwelt «eingepasst», doch der Mensch entbehrt dieser Einpassung. Er ist also ein lebensunfähiges «Mängelwesen». Für Ludwig Wittgestein (1889-1951) «Der Sinn der Welt muss außerhalb ihrer liegen. In der Welt ist alles wie es ist und geschieht alles, wie es geschieht; es gibt in ihr keinen Wert…Es ist klar, dass sich Ethik nicht aussprechen lässt. Die Ethik ist transzendental».

Nach Albert Einsteins (1879-1955) Überzeugung kommt die Existenz Gottes in den ewigen Gesetzen der Natur zum Ausdruck und nach seiner Aussage glaubte er an Spinozas Gott, der sich in der Harmonie des Seienden offenbart und nicht an einen Gott, der sich mit den Schicksalen und Handlungen der Menschenwelt abgibt…Oswald Sprengler (1880-1936) in seinem Buch «Jahre der Entscheidung» schreibt, dass kein anders Land sei, schon durch seine geographische Lage, in solchem Maße handelnd und leidend in das Weltschicksal verflochten, wie Deutschland. Die Deutschen, denen die historische Stärke der Briten abgehe, litten an Angst, Feigheit und Unkenntnis. Das Volk der Dichter und Denker sei im Begriff zum Volk der Schwätzer und Hetzer zu werden. Das sieht man in Verhalten Deutschlands gegenüber Hellas an. Es gab in der deutschen Geschichte Zeiten, in der die Deutschen stolz nach Oben blickten und Hellas und die Hellenen vergötterten. Man braucht nur die Äußerungen von führenden deutschen Politiker, Kanzler, Feldmarschälle, Denker, Forscher, Autoren, Dichter und Künstler, wie von Richard Wagner, Ulrich Willken, Wilhelm Müller, Friedrich Nietzsche, Max Plank, Werner Heisenberg, Wilhelm Schubert, Eduard Spranger, Friedrich Schiller, Walter von Brauchitsch, Bruno Schnell, Otto von Bismarck, Karl Jaspers, Johan Wolfgang von Goethe, Hans von Gagern, Friedrich Engels, Richard von Weizsäcker u.a. zu lesen  und mit den heutigen deutschen politischen Schwätzern und Feinden Hellas zu vergleichen, um das festzustellen.

Houston Stewart Chamberlain (1855-1927) mit seinem Werk «Die Grundlagen des XIX. Jahrhunderts» hat versucht die Geschichte auf der Basis der Rassenlehre zu deuten und unterstützte die Thesen des franzosischen Dichters Joseph Arthur Comte de Gobineau (1816-1882 n. Chr.) über die Ungleichheit der Menschenrassen. Hier liegen die Wurzeln der Entstehung des Märchens der Existenz der arische Rasse und dass nur sie kulturschöpferisch sein kann. Die Abendländische Geschichte, nach diesen Märchenerzählern, soll als ein «unaufhörlicher Konflikt zwischen den vergeistigten und Kulturschaffenden Ariern und den selbstsüchtigen und materialistischen Hebräern» betrachtet werden. Mit dem Märchen des Schicksals der Kulturen befasste sich auch der Britte Arnold Toynbee (1889-1975). Bei ihm unterliegen die Kulturen nicht einem gesetzmäßigen «biologischen» Rhythmus, sondern es sind die Menschen, die weitgehend ihre Entwicklung gestalten. Jose Ortega y Gasset (1883-1955) mit seinem Hauptwerk «Der Aufstand der Massen» stellt fest, dass das öffentliche Leben Europas entscheidend durch das «Heraufkommen der Masse zur vollen sozialen Macht» bestimmt wird. Durch das Aufkommen unqualifizierter Massen befindet sich Europa in einer Krise. Die einzige Möglichkeit, die vom Massengeist bedrohte europäische Kultur zu retten, sieht er in die Philosophie. Die Europäer können nur leben, wenn sie in eine große, gemeinsame Aufgabe hineingestellt sind.

Ludwig von Mises (1881-1973) war in erster Linie Nationalwirtschaftler und stand in der Tradition der «Österreichischen Schule» die von Carl Menger (1840-1921) und Eugen von Böhn-Bawerk (1851-1914) gegründet wurde. Mit seinem Werk «Theorie des Geldes und der Umlaufmittel» untersuchte Mises wie sich eine Veränderung der Geldmenge auf die Preise auswirkt und legt dar, dass übermäßige Kreditschöpfung zu Geldwertverfall, Kapitalvernichtung und zum Zusammenbruch führt. In seiner Sichtweise beschränkte sich Mises nicht auf die Wirtschaftswissenschaft, sondern das Wesentliche an seinem Werk war immer die Gesamtschau der gesellschaftlichen Entwicklung. In seinem Buch «Der Liberalismus» behauptet er dass nur der Liberalismus die Welt befrieden kann. Dieser aber kann ohne Nationalwirtschaft nicht bestehen. Für Mises muss man zwischen den beiden Systemen der sozialen Ordnung, Kapitalismus und Sozialismus, die sich als Gegensätze gegenüberstehen, entscheiden. Joseph Alois Schumpeter (1883-1950) untersuchte gründlich die bereits bekannten Konjunkturzyklen der Wirtschaft, und fügte hinzu die Wellen der «Innovation». Die Zeiten der starker Konjunktur sind auch die Zeiten neuer Produkte, neuer Techniken, neuer Märkte.

John Maynard Keynes (1883-1946) leitete im Ersten Weltkrieg die Devisenabteilung des britischen Schatzamtes und 1919 nahm er an den Friedensverhandlungen in Versailles teil. Als Währungsexperte leitete er 1944 die britische delegation in Bretton Woods und nahm bei den Verhandlungen in Savannah teil, als die Weltbank und der IWF gegründet wurden. Mit seinem Buch «A Treatise on Money» legte er einen Entwurf der Geldtheorie vor. Inj seinem Hauptwerk «The General Theory of Employment Interest and Money» zielt er auf eine Abkehr vom klassischen Wirtschaftsliberalismus. Nach Keynes die wahre Ursache einer Massenarbeitslosigkeit in einer Volkswirtschaft sind zu hohe Reallöhne die durch einen Prozess der Geldentwertung herabgesetzt werden müssen. Das ist der Kern seiner Vollbeschäftigungspolitik. Wachsende Staatsschulden und verstärkte Umverteilung des Vermögens stützen nicht die Konjunktur, sondern verstärken die Inflation. Die Idee, mit deficit spending und forcierter staatlicher Ausgabepolitik die Arbeitslosigkeit zu bekämpfen ist falsch und verstärkt die Inflation und steigert die Arbeitslosigkeit.

Nach F. A. von Hayek (1899-1992) die größte Gefahr für den Volkswirtschaftlern sei, auf Kosten der Wahrheit öffentlichen Beifall erheischen zu wollen statt den unangenehmen Tatsachen ins Auge zu sehen und sie zu durchdenken, ohne auf Sympathie für ihre Bemühungen zu schielen. Hayek setzte sich Contra zu Keynes-Auffassungen. Für Ihm galt: Was auf kurze Frist vorteilhaft erscheint, kann langfristig enorm schädlich sein. Für Ihn war der Nationalsozialismus vor allem sozialistische Bewegung, die im Antiliberalismus der «Bismarck-Ära» und im «Kathedersozialismus» ihre Wurzeln hatte. Für Karl Popper (1902-1994) müssen alle Hypothesen immer wieder Tests unterworfen werden. Die Falsifizierbarkeit gilt als Kriterium für die Wissenschaftlichkeit einer Aussage. Platons Grundfrage «Wer soll den Staat regieren?» weist er zurück und fragt stattdessen, «wie können politische Institutionen so organisiert werden, dass schlechte Herrscher keinen oder möglichst geringen Schaden anrichten und sie das Volk ohne Blutvergießen wieder loswerden kann?».

Wilhelm Röpke (1899-1966) verwarf die Vollbeschäftigungstheorie und die makrowirtschaftliche Globalsteuerung von Keynes und warnte eindringlich vor den schädlichen Auswirkungen des Wohlfahrtsstaates. Für Ihn ist eine umfassende staatliche Sozialpolitik, die dem Einzelnen alle Lebenssorgen abnehmen, ihn lückenlos betreuen möchte und dabei das Gefühl der Selbstverantwortung abtötet, ein Irrweg. Die wissenschaftliche Zusammenarbeit von  Walter Eucken (1891-1950 ) mit dem Juristen Franz Böhm führte zu Gründung, zusammen mit Hayek und Röpke u.a., der Forschungs- und Lehrgemeinschaft von Volkswirten und Juristen die später als «Freiburger Schule» mit ihrem «Ordo- bzw. Neoliberalismus» über Deutschland hinaus bekannt wurde.

Milton Friedman (1912-2006) als Nationalwirtschaftler versuchte besonders den Ursachen der Inflation auf den Grund zu kommen und kam zu dem Schluss dass die Inflation ein Phänomen der Zentralbankpresse d.h. ein monetäres Phänomen ist. Seine Geldmengentheorie, genannt «Monetarismus», fand als Mittel der Inflationsbekämpfung großes Interesse. Bei Friedman anders als bei Keynes sollte die Geldpolitik nicht über den Zinssatz, sondern über die Steuerung der Geldmenge  erfolgen. Für Ludwig Erhard (1897-1977) waren es nicht nur wirtschaftspolitische Weichenstellungen, die ihm zum «Vater des deutschen Wirtschaftswunders» werden ließen, sondern es war die Philosophie der Freiheit, die seinen Vorstellungen von der Gesellschaft zugrunde lag.

Aus den bisherigen Ausführungen geht hervor, dass in Europa der herausgebildete Wertekanon auf Gleichheit und Sicherheit basiert. Die ideengeschichtliche Spur beginnt bei Platons Staatsutopie und führt über absolutistische Strukturen und deren Auflösung durch Rousseau hin zu den großen Ideologien von Marxismus und Faschismus und endet bei der «Frankfurter Schule» und den 68ern. Als Frankfurter Schule wird die neomarxistische Richtung bezeichnet, die von Max Horkheimer und Theodor W. Adorno im Institut für Sozialforschung in Frankfurt begründet worden war. Sie war einer der wichtigsten Träger der Umerziehung und ideologischer Grundstock der 68er-Bewegung.

Wenn man die Geschichte nach dem Zweiten Weltkrieg in Europa betrachtet, muss man feststellen, dass sozialistische Wohlfahrtspolitik oder «deficit spending» nach dem Muster von Keynes noch nie einen dauerhaften wirtschaftlichen Aufschwung zustande gebracht haben. Immer war es liberale, (nicht neoliberale!) freiheitliche Wirtschaftspolitik, die das Elend besiegte und zu Wohlstand führte. Deutschland und Frankreich in der EU von heute arbeiten mit ihrem antiliberalen und marktfeindlichen Merkantilismus bzw. Colberismus gegen eine freiheitliche Gestaltung der Wirtschaft und der Gesellschaft wie sie offenbar in der wirtschaftlichen liberalen Position sein sollte. Hier liegen die Chancen Europas, für einen konsequenten Rückbau zu weniger Bürokratie und einer Beschränkung auf gemeinsame Verteidigungspolitik, gemeinsame Außenpolitik und einen gemeinsamen und gerechten Markt, begraben. Man sollte sich aber in Europa nicht auf Deutschland und Frankreich ganz verlassen. Besser sei es von vornherein mit dem Schlimmsten zu rechnen und diesem mit Gleichmut zu begegnen.

PD Dr.-Ing. Georg Chaziteodorou
Bleibergweg 114, D-40885 Ratingen
Tel.+Fax: 0049 2101 32513
E-Mail: chaziteo@t-online.de

Georg Chaziteodorou  21. März 2018
Rubrik: Wirtschaft, Finanzen

Ein Gedanke zu „Merkantilismus bzw. Colberismus in Deutschland und Frankreich und die Gier nach Ausplünderung der süd- und osteuropäischen EU-Mitgliedsländer!“

  1. …..Die Europäer können nur leben, wenn sie in eine große, gemeinsame Aufgabe hineingestellt sind…oder werden… Hier liegen die Chancen Europas, für einen konsequenten Aufbau einer funktionierenden Bürokratie und einer gemeinsamen Verteidigungspolitik, gemeinsame Außenpolitik und einen gemeinsamen und gerechten Markt…, vielleicht sind wir schon auf dem Weg dort hin, es fehlen nur noch die Persönlichkeiten die jeweils jedes Land in Europa und alle Volksgruppen auf einen gemeinsammen Nenner bringen können, um diese gemeinsame Aufgabe zu erschaffen, die Europäische Union als solche hat ihr Eigenes getan wäre nach Aristoteles, meiner Meinung nach als eine μεσότητα charakterisiert, wo aber dann noch die Helden in dem ganzen Konzept feheln, sucht mahl im Internet nach, um berühmte Menschen der Europäischen Union zu finden und ihr werdet merken, dass es dort eine ganz grosse Lücke gibt…also gibt es noch sehr sehr viel Arbeit zu tun

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