Schuldgeld und die Dummheit von Regierungen und Bürgern

Dr. Georg Chaziteodorou
Georg Chaziteodorou

Die Geschäftdsbanken erhalten von den Zentralbanken Geld, das sie, die Zentralbanken, durch Eingabe einiger Zahlen in ihr Computersystem erzeugt haben. Für dieses Geld verlangen die Geschäftdsbanken Zinsen. Der Beginn der Verschuldung der Welt

Von Dr. Georg Chaziteodorou

Politik und Banken haben seit Jahrhunderten den Völkern und dessen Regierungen unserer Erde vorenthalten, wie in Wahrheit und überhaupt Geld funktioniert. In der Tagespolitik und in den kontrollierten und gelenkten Massenmedien wird das Geld immer so beschrieben, als sei es einfach eine knappe, wertvolle Ware, die man sich zwar von Investoren und Banken leihen kann, wofür aber dann Zinsen als Leihgebühr bezahlen muss.

Ferner wird als Weisheit proklamiert, dass man mit Geld «sparsam» umgehen sollte und danach trachten, in der Zeit zu sparen, um in der Not eine ausreichende Menge davon zur Verfügung zu haben. Einen Teil davon sollten die Bürger auch als private Altersvorsorge beizeiten zurücklegen, da ja die öffentlichen Haushalte mit den steigenden Pensionsansprüchen einer im Durchschnitt immer älter werdenden Bevölkerung hoffnungslos überfordert wären.

All das ist völlig falsch, teilweise unmöglich und einiges davon sogar absurd, da das Geld überhaupt nicht existiert. Die farbigen Zettel, die man Banknoten nennt und die kleinen Metallscheiben, die keinen nennenswerten Metallwert haben und als Münzen bezeichnet werden, existieren überhaupt nicht in den heutigen Industriestaaten unsere Erde. Es handelt sich um Papier und Metallscheiben an denen es keine physische Begleichung gibt. Was ist z.B.  ein Euro, ein US-Dollar, ein chinesisches Yuan, ein japanischer Yen, ein britisches Pfund oder ein russischer Rubel und jeder Einheit einer anderen Währung?

Im größten Markt der Welt (Forex) wird innerhalb von etwas mehr als zwei Wochen mehr gehandelt (ca. 6 Billionen US-Dollar), als weltweit in einem ganzen Jahr an BIP erzeugt wird. Zwar haben die o.g. Währungen massiven Einfluss auf die Lebensstandards der Menschen dieser Erde, die Regierungen dieser Völker aber erzählen ihre Bürgern nicht, dass der Wert dieser Währungen kontinuierlich zerstört wird.

Eine vergleichbare wissenschaftliche Definition für die verschiedenen Währungen existiert nicht. Die Staatsanleihen, die heute offiziell die Währungen decken, sind selbst bloß Schuldscheine. Das Papier wird von Papier gedeckt d.h. eine werthaltige Deckung ist überhaupt nicht vorhanden. Bei goldgedeckten Währungen wäre die Gewichtseinheit einer Feinunze Gold (31,10 Gramm) eine werthaltige Deckung.

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Bildquelle: https://de.toonpool.com/cartoons/Geldsch%C3%B6pfung_238874

Die Gelderzeugung, im heutigen Schuldgeldsystem, beginnt mit der Kreditvergabe einer Geschäftsbank an einen Kunden. Das gleiche gilt bei der Kreditvergabe der EZB oder den IWF an einem Staat. Dieses Geld erzeugt die Geschäftsbank und die anderen Banken durch Eingabe einiger Zahlen in ihr Computersystem und verlangt vom Kunden die Rückzahlung des Kredits sowie die Zahlung von Zinsen.

Als Sicherheit trägt die Geschäftsbank ins Grundbuch das Eigentumsvermögen des Kunden ein, d.h. bei Ausfall der Kreditrückzahlung kann die Bank Eigentumsansprüche an die Eigentumsvermögen des Kunden geltend machen und der Kreditnehmer wird enteignet. Die Geschäftsbank kann dann die Eigentumsvermögen des Kunden sofort an den Höchstbietenden versteigern. Die Geschäftsbank also hat das geliehene Geld, was vorher nicht existierte, ohne jedes Risiko selbst erzeugt.

Wie kann das vielbeklagte Kreditrisiko der Geschäftsbanken überhaupt existieren, wenn diese bei der Kreditvergabe Geld überhaupt nicht verleihen, sondern einfach «aus Luft» erzeugen? Hier stellt sich folgende wichtige Frage: Wird der Kreditnehmer (Privatmann oder Staat) seinen Kredit inklusive der Zinsen in Zukunft zurückzahlen können?

Diese Frage kann in Wahrheit kein Mensch beantworten. Je länger die Laufzeit seines Kredits ist, desto mehr wird er unter den Zinsen leiden. Dabei hilft auch nicht der so genannte «gesunde Wettbewerb». Tatsächlich existiert Konkurrenz im neuliberalen Wirtschaftssystem ausschließlich deshalb, weil die Geschäftsbanken Schuldgeld d.h. ungedecktes Geld, welches immer nur zugleich mit einer Schuld erzeugt wird, gegen Zinsen verleihen.

Der Konkurrenzkampf um die Bankzinsen ist also die wahre Ursache dafür, dass das neoliberale Wirtschaftssystem ein Kampf aller gegen alle geworden ist. Dazu kommt noch, dass die völlig ungezügelten Notenbanken, die mehrheitlich privaten Großgaunern gehören, hatten und haben die uneingeschränkte Freiheit, Falschgeld (ungedecktes Geld) durch unbegrenztes Drucken aus Luft zu produzieren d.h. der Wert des Geldes wird dadurch konstant gemindert.

Damit steht das heutige gesamte Finanzsystem der Welt auf einem Fundament das aus Nichts besteht. Hier liegen die Gründe, warum die Geschäftsbanken wegen der übermäßigen Verschuldung in eine Krise kamen und noch mittendrin sind und mussten von den Staaten gerettet werden, die dadurch ihrerseits selbst in der Krise kamen und bedurften auch der Rettung und so wird gefolgert, dass die nächste Wirtschaftskrise unweigerlich als Geldkrise größer wird.

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Man kann das heutige Schuldenproblem nicht ewig durch noch mehr Schulden lösen. Eine Schuld, die nie zurückbezahlt werden wird, nämlich die Staatsschuld, deckt Papier (die Geldscheine), die Staatsschuld wird verzinst und der Kreditbrief (Geldschein) als Zahlungsmittel weitergegeben.

Diese schwere Krankheit kann ohne eine totale Beseitigung der Schulden nicht geheilt werden. Wenn also die ungedeckten Kredite nicht funktionieren, kann auch das gesamte weltweite Geldsystem nicht funktionieren. Der wirtschaftliche Zusammenbruch, der heute an der Peripherie (Venezuela, Argentinien, Brasilien, Südafrika, Indonesien, Türkei usw.) stattfindet, wird sich schnell auf die Schwellenländer ausbreiten und schließlich über die Hyperinflation auch die USA und der EU erfassen.

Deshalb ist ein neues Geldsystem für die Welt dringend notwendig. Eine Möglichkeit mit Einschränkungen bittet das so genannte «Voll-Geld». Der Nachtteil ist, das dürften nur die Notenbanken, die den privaten Supergaunern gehören, prägen. Deshalb müssten alle Notenbanken zu         100 % verstaatlicht werden. Das gilt auch für die EZB. Die Mitgliedsstaaten der Eurozone sollen die wahren hundertprozentigen Eigentümer werden.

PD Dr.-Ing. Georg Chaziteodorou
Bleibergweg 114, D-40885 Ratingen
Tel.+Fax: 0049 2102 32513
E-Mail: chaziteo@t-online.de
30.09.2018

Dr. Georg Chaziteodorou  1. Oktober 2018
Rubrik: Wirtschaft, Finanzen

2 Gedanken zu „Schuldgeld und die Dummheit von Regierungen und Bürgern“

  1. Das zahlungsmittel wie wir es haben ist gut, was besseres gibt es nicht. Es können ja länder wenn sie meinen ein besseres finanzsystem haben zu können verwirklichen was sie wollen. Vorallem hat das jetzige finanzsystem zutun mit vertrauen, ist ja völlig klar das da zb griechenland nichtmal in tausend jahren wirklich was erreicht.

    Man muss nur erfolgreich produzieren und man hat wachstum.

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