Zyklisch auftretende, natürliche oder künstliche Konjunktureinbrüche

Dr. Georg Chaziteodorou
Bild: Planet Wissen

Die natürlichen Konjunktureinbrüche sind nicht direkt gewollt, sondern resultieren aus einer in der monopolistisch orientierten Zins- und Renditenwirtschaft unvermeidlich immer wieder einsetzenden «Überproduktion».

 

Es handelt sich um ein kapitalistisches Urproblem! Zwischen diesem und seiner manipulierten Bewältigung durch die Hochfinanz, geht es in der modernen arbeitsteiligen Wirtschaft nicht darum, die Arbeitnehmer zu beschäftigen, ihnen Arbeit und Brot zu geben, sondern es geht ausschließlich um den Absatz, den Verkauf der Produkte.

Das Interesse daran geht von der Kapitalanlage und dem Unternehmergewinn aus. Für diesen Wirtschaftsprozess gestattet aber das heutige Boden- und Geldkapital die Gründung einer Produktionsanlage nur dann, wenn die Kapitalanlage rentabel, d.h. wenn die Mindestrate einer Verzinsung garantiert ist.

Diese Mindestrate, Rentabilitätsgrenze genannt, lag vor Einbruch des Turbokapitalismus unserer Zeit bei etwa 3 %. War diese Voraussetzung nicht gegeben, dann unterblieb die Gründung oder wo die Mindestverzinsung durch den Zustand am Kapitalmarkt nicht mehr gewährleistet war, zog sich das Kapital weitestgehend aus der Wirtschaft zurück, bis die Rentabilität durch erneuten Kapitalmangel wieder hergestellt wurde.

Für viele Volkswirtschaftler, handelte es sich in Wirklichkeit um «Gesundungszeiten» der Krisen. Ohne sie, bei ununterbrochener Fortsetzung der Konjunktur, müsste der Zins wie heute, bei null ankommen und auf diesem Wege automatisch die Zinswirtschaft überwinden. Lange bevor dieses der Fall ist, setzt nämlich die «Geldhortung» ein, die durch die Zentralbank heute bewerkstelligt wird.

Deshalb ist die Wirtschaftskrise eine notwendige Erscheinung der kapitalistischen Wirtschaft und kann erst mit dieser verschwinden. Solange die privaten Banken bis 1913 über keine Zentralbanken verfügten, blieben sie selbst keineswegs von wirtschaftlichen Schwankungen verschont, denen die kapitalistischen Volkswirtschaften nun einmal unterlagen. Auch besaßen sie keinen Einfluss auf die Dauer eines Aufschwungs oder einer Rezession.

In seiner Frühzeit durchlief der Kapitalismus (nicht der heutige neoliberale Turbokapitalismus) binnen knapp 180 Jahren vier konjunkturelle Aufschwünge und jeweils abwechselnd damit drei schwere wirtschaftliche Krisen. Jede Phase des Aufschwungs oder Abschwungs dauerte also im Durchschnitt länger als ein Vierteljahrhundert! Was die Banken samt den von ihnen finanzierten Industrie- und Großhandelsunternehmen jeweils in zweieinhalb Jahrzehnten wirtschaftlicher Blüte an Gewinnen zusammengerafft hatten, ging in der anschließenden, ebenso lange anhaltenden Phase des Niedergangs meist wieder verloren.

Die Jahre 1610 bis 1640, 1660 bis 1685, 1715 bis 1730 und 1763 bis 1789 bringen einen Aufschwung der wirtschaftlichen Betätigung, eine allgemeine Zunahme der Investierungen und der Produktion, ein Anwachsen der Bevölkerung und eine Preis-Hausse, günstige Zeiten für die Besitzer von Kapitalien. Dagegen erlebt man von 1640 bis 1660, von 1685 bis 1715, von 1730 bis 1763 – und übrigens auch wieder nach 1789 – internationale Kriege oder interne Kämpfe (Revolution in England, Widerruf des Edikts von Nantes in Frankreich), denen Finanzkrisen, Verarmung, Rückgang der Bevölkerung und anhaltender Preissturz folgen. Die «Hausse-Perioden» sind gekennzeichnet durch eine erhöhte Erzeugung an Edelmetallen und eine Vermehrung der Geldsorten. Die «Baisse-Perioden» stehen im Zeichen des Stillstands des Zustroms an Edelmetall, des Niedergangs der Banken und der Handelsgesellschaften, der Erschöpfung der Staatsfinanzen.

So unvermeidlich aber, wie es zunächst den Anschein hatte, waren die kapitalistischen Wirtschaftskrisen ja gar nicht. Wenn es erst einmal gelangt, die Kontrolle über die Währungen bzw. den gesamten Geldumlauf der verschiedenen Volkswirtschaften bzw. Staaten zu erringen, ließen sich auch die Konjunkturzyklen in den Griff bekommen und sogar zu Instrumenten zusätzlicher finanzieller Machtentfaltung umfunktionieren.

Moderne, insgeheim zentralbankregulierte bzw. –stimulierte Konjunkturflauten und Konjunkturaufschwünge haben darum nur noch eine mittlere Dauer von 5 bis 20 Jahren und kosten die Banken so gut wie nichts. Mit Geldpolitik, wie sie bei kapitalistische Wirtschaftssysteme betrieben wird, zeugt man fortwährend neue Konjunkturzyklen. Daraus können schlimme Rezessionen entstehen. Jede Depression verstrickt die Staatsfinanzen tiefer ins Schuldennetz der unter übermächtigem Einfluss der Hochfinanz stehenden Großbankenwelt und lässt die ahnungslosen Steuerzahler die Rechnung begleichen. Hierbei wird nicht die Ursache der Übelstände bekämpft, diese lässt man unangetastet bestehen, man sucht nur ihre unangenehmen Wirkungen mit widersittlichen Mitteln einzudämmen.

Auch die Weltwirtschaftskrise von 24.10. 1929 reiht man offiziell in die zyklischen kapitalistischen «Überproduktionskrisen» ein und erklärte fälschlich die eingetretene Katastrophe zu einer Spätfolge des schon 1918 zu Ende gegangenen Ersten Weltkriegs! Die Begriffe «Federal Reserve» oder «Diskontsatzanhebung» hingegen sind bis heute vollständig tabu. Der Kern der Sache wurde äußerst raffiniert verschleiert. Die Depression von 1929 wurde durch Manipulation der Notenpresse des «Federal Reserve Systems» verursacht und schuf das «New Deal» des US-Präsidenten Roosevelts. Die Lehman Corporation war damals die einzige Investment-Gesellschaft großen Stils, welche die Krise von 1929 ohne Verluste an Kapital und Prestige überstand. Warum diese bei der Krise 2009 geopfert wurde bleibt bis heute ein Rätsel!

Wie lange noch wird die seit 2009 entfaltete neue Krise dauern? Seit dieser Zeit hat sich die globale Verschuldung auf 280 Billionen US-$ verdoppelt und die wirtschaftlichen Risiken exponentiell gestiegen. Einzelne Volkswirte identifizierten ein Muster das sich bei dem Turbokapitalismus alle 80 Jahre wiederholt. Vor kurzem soll die Welt in die vierte Wende eingetreten sein, die die letzten 20 Jahre des Zyklus markiert. Die Welt soll an Beginn einer 20-jährigen Phase wirtschaftlicher und institutioneller Umbrüche stehen. Man erwartet im Verlauf der kommenden Jahre den Zusammenbruch der gesamtgesellschaftlichen Strukturen, wirtschaftliche, finanzielle und Soziale.

Der Coronavirus soll seit Anfangs 2020 der Impulsgeber des aktuellen Abschwungs der Weltwirtschaft gewesen sein. Ist dieser Virus das Spektakel, der Deckmantel für den kommenden Finanzcrash? Taugt die Coronaviruspandemie der Turbo des entsprechen Kapitalismus zuzuschalten? Mit all den verordneten Maßnahmen scheint die Umverteilung von unten nach oben richtig in Schwung zu kommen. Wird dieser scheinbare Zustand aber lange genug für den erhofften wirtschaftlichen Aufschwung, andauern? Alles hängt ab, von der Möglichkeiten der Hochfinanz, durch betrügerische Operationen großen Stils im Bankgeschäft, an der Börse und vor allem mittels der Zentralbanken und der UNO (Umweltschutz!) auf Kosten ganzer Nationen unvorstellbar große Gewinne einzustreichen.

Einen der jüngsten groß angelegten Tricks der Hochfinanz zur Belebung seiner Zinsgewinne, begann am 2.-13. Juni 1992 in Rio de Janeiro und seitdem fast jedes Jahr weltweit über Kioto, Paris usw., wiederholen sich die «Umweltgipfeltreffen», für eine riesige neue Weltagentur der UNO, mit deren Hilfe Milliarden von Dollars amerikanischer und anderer westlicher Steuerzahler in ärmere Länder geleitet werden sollen, um angeblich deren Umweltverschmutzung zu bekämpfen. In Wirklichkeit stellt dies eine neue Quelle immenser Profite für die internationale Hochfinanz dar, die an den Projekten beteiligt ist und gleichzeitig auf dem «Wege der Umverteilung» ihre enormen Schuldenforderungen aus Ländern der Dritten Welt eintreiben kann.

Dafür sorgen weltweit alle grünen Parteien der Länder und der EU selbst. Man hat sogar die jungen Leute ins Spiel gebracht! Das Klima aber braucht weder gerettet noch geschützt zu werden, es reguliert sich selbst! In Wirklichkeit handelt es sich mehr um eine Rettungsaktion der vielfach vor dem Konkurs gestandenen internationalen Banker als um eine echte Behebung der Umweltprobleme in der unterentwickelten Welt.

Diese Möglichkeiten der Hochfinanz sind im einzelne zwar außerordentlich vielgestaltig, dennoch lassen sich fast allesamt auf eine kleine Zahl von Grundmustern, wie bereits grob dargestellt, zurückführen. Die Abschaffung betrügerische künstliche Konjunktureinbrüche setzt voraus die Schaffung einer vom Staat 100 % abhängigen Zentralbank, die zu Aufhebung des Zwangs auf die Politiker führt, immer gewaltigere Schulden im Staatshaushalt zu machen, woraus ja die entsprechend riesigen Summen an Zinszahlungen, die durch permanente Steuererhöhungen aufgebracht werden müssen, entstehen. Die Schaffung einer vom Staat 100 % abhängige Zentralbank verhindert auch die Anhebung der Leitzinsen für eine schlagartige und besonders drastische Geldverknappung. Die boshaft kalkulierten Folgen dieser Maßnahme, wie sie auch heute durch die Coronaviruspandemie häufig auftreten, werden verhindert:

«Einem bestehenden Warenangebot steht weniger Geld zur Verfügung. Löhne und Preise fallen. Viele Menschen werden arbeitslos. Es wird weniger gekauft. Firmen brechen reihenweise zusammen. Abzahlungen können nicht mehr geleistet werden und die Banken nehmen dafür die Sachwerte. Viele verlieren ihr Dach über dem Kopf. Für Bargeld kann man in der Depression fast alles kaufen und dazu noch äußerst billig. Die Gewinner bei diesem ganzen Spiel sind die Banken/Baugesellschaften bzw. die Hochfinanz, die die erarbeitenden Werte der Bürger zu Schleuderpreisen übernimmt und nach der zumeist künstlich erzeugten Depression mit Milliardenprofiten verkauft.

PD Dr.-Ing. Georg Chaziteodorou
Bleibergweg 114, D-40885 Ratingen
Tel.+Fax: 0049 2102 32513
E-Mail: chaziteo@t-online.de
10.10.2020

Dr. Georg Chaziteodorou  21. Oktober 2020
Rubrik: Wirtschaft, Finanzen

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