Die USA/Israelischen Pipeline-Pläne im Ostmittelmeer-Raum nehmen Gestalt an

Ihre Verpflichtung zur Förderung von Frieden, Stabilität, Sicherheit und Wohlstand im östlichen Mittelmeerraum haben Israel, Griechenland und Zypern auf dem Sechsten Dreiergipfel zur Förderung der Energie in Jerusalem hervorgehoben. Thema war die Sicherheit in der Umgebung.

Vorwort

Israels Regierungschef Benjamin Netanjahu und US-Außenminister Mike Pompeo trafen am Mittwochabend in Jerusalem mit dem griechischen Ministerpräsidenten Alexis Tsipras  und dem zyprischen Präsidenten Nikos Anastasiadis um, unter anderem, das EastMed Pipeline-Projekt voranzutreiben. In den griechiscischen Medien wurde dies als ein Erfolg von Tsipras dargestellt.

Dem ist es aber nicht so. Griechenland hat von diesem Projekt wirtschaftlich nicht viel zu erwarten, Tsipras ist dabei nur ein Helfershelfer des Hegemons. Und dieser hat ihn für die Aufgabe vorgesehen, die Griechen mit sozialistischen Parolen kirre zu machen, den Plan für die russische Gas-Pipeline South Stream zu verhindern, die Türkei zu provozieren und nun im Projekt einer israelisch-US-amerikanischen Pipeline über Griechenland mitzumachen.

Alexis Tsipras, geb. 1974, ist seit seinem 16. Lebensjahr als Demonstrant, Schreihals und Besetzer öffentlicher Gebäude aktiv, noch als Schüler hatte er seine Schule besetzt. Als Mitglied der Kommunistischen Partei Griechenlands, Vorsitzender des Nationalen Studentenbundes Griechenlands (EFEE), Mitglied der politischen Partei Synaspismos und zuletzt Vorsitzender der SYRIZA-Fraktion (über seine Karriere siehe auch unter https://de.m.wikipedia.org/wiki/Alexis_Tsipras) ist er natürlich von Anfang an den Beobachtern der Hegemon-Organisationen und -Dienste in Athen aufgefallen, die dafür sorgten, dass er locker-flockig die Sprossen der Karriere-Leiter eines f[hrenden Poltikers  erklimmen konnte (genauso, wie es heute mit dem 9 Jahre jüngeren Juan Guaidó in Venezuela der Fall ist).

Bei den Parlamentswahlen 2015 wurde Tsipras zum Regierungschef gewählt und nahm sich als Verteidigungsminister den rechten Panagiotis (Panos) Kammenos, der sofort nach Jerusalem ging und mit dem israelischen Verteidigungsminister Moshe Yalon ein Abkommen schloss, mit dem Israel faktisch die Kontrolle über die Ägäis übernahm. Bei den darauffolgenden Reisen Tsipras‘ nach Jerusalem wurde dann die Rolle Israels in der Ägäis und die Rolle Griechenlands als Helfershelfer Israels – und des Hegemons -weiter verfestigt. 

Heute hat sich die Rolle Griechenlands (und Zyperns) als strategischer Helfershelfer des Hegemons verfestigt, sowohl zur Eindämmung des russischen Einflußes auf dem Balkan und Zypern als auch zur Förderung von Erdöl und Erdgas aus dem Nahen Osten. Alles im Rahmen der Interessen Israels und des Hegemons.

Emmanuel Sarides

 

Wie die proamerikanische Zeitung „Kathimerini“ darüber berichtet hat (hier im Original)
Με τη συμμετοχή του Μ. Πομπέο η τριμερής στο Ισραήλ – Κοινή δήλωση καταδικάζει τις προκλήσεις στην Ανατολική Μεσόγειο (βίντεο)
Übersetzt und redaktionell überarbeitet von Emmanuel Sarides

 

Die Staats- und Regierungschefs des Landes einigten sich darauf, die regionale Zusammenarbeit zu verstärken, um die Unabhängigkeit und Sicherheit der Energieversorgung zu unterstützen, und sich gleichzeitig zur Verteidigung äußerer bösartiger Einflüsse im östlichen Mittelmeerraum und im Nahen Osten verpflichtet. Sie begrüßten die jüngste Gasexploration im östlichen Mittelmeerraum und ihr Potenzial, zur Sicherheit und Diversifizierung der Energieversorgung beizutragen.

Ihr gemeinsames Engagement für die Förderung von Frieden, Stabilität, Sicherheit und Wohlstand im östlichen Mittelmeerraum wurde heute von den Vereinigten Staaten, Israel, Griechenland und Zypern auf dem Sechsten Dreiergipfel zur Förderung der Energie in Jerusalem hervorgehoben Sicherheit in der Umgebung.

Die Staats- und Regierungschefs des Landes einigten sich darauf, die regionale Zusammenarbeit zu verstärken, um die Unabhängigkeit und Sicherheit der Energieversorgung zu unterstützen, und sich gleichzeitig zur Verteidigung äußerer bösartiger Einflüsse im östlichen Mittelmeerraum und im Nahen Osten verpflichtet. Sie begrüßten die jüngste Gasexploration im östlichen Mittelmeerraum und ihr Potenzial, zur Sicherheit und Diversifizierung der Energieversorgung beizutragen.

US-Außenminister Mike Pombeo betonte seinerseits die Unterstützung der USA für den von Israel, Griechenland und Zypern eingeführten dreigliedrigen Mechanismus und betonte die Bedeutung einer verstärkten Zusammenarbeit.

Der Premierministers Israels Benjamin Netanyahu hatte Anfang dieser Woche betont, das die Anwesenheit des US-Amerikanischen Ministers „dem Treffen eine zusätzliche Bedeutung verleiht“, während Netanyahu und Pompeo in ihren vorläufigen Aussagen hauptsächlich auf Fragen der bilateralen Verteidigung konzentrierten.

Der US-Außenminister verwies auch auf die engen Beziehungen zwischen Israel und den USA und sprach sich mit „scharfen Worten“ gegen den Iran aus. Laut Associated Press versprach Pompeo, die USA werden den Druck auf den Iran erhöhen.

„Ich bin ungeduldig auf unsere Zusammenarbeit. Vor einer Woche habe ich in  Texas über Kooperationen wie diese gesprochen, welche zur Enstehung einer Infrastruktur beitragen, die wir nie hatten. Wir glauben, dass wenn freie Länder zusammenarbeiten, immer ein großer Vorteil entsteht. Ich freue mich auf die Zusammenarbeit mit Ihnen „, kommentierte er unter anderem.

Der griechische Premierminister Alexis Tsipras sagte dazu: „Ich kann nicht zählen, wie oft wir uns im Rahmen dieser Trilateralen getroffen haben. In den letzten Jahren die Rolle unserer Länder und unsere Zusammenarbeit sind stärker geworden. Unsere trilaterale Zusammenarbeit ist strategisch geworden, insbesondere in den Bereichen Energie und Sicherheit. Die Einbeziehung der Vereinigten Staaten durch Außenminister Pompeo bedeutet, dass dieses Land die Zusammenarbeit und die Bemühungen um einen Dialog sowohl im Energiesektor als auch in der Wirtschaft angesichts der Herausforderungen unterstützt, denen wir gegenüberstehen.“

„Unsere Grundidee ist sehr wichtig: Wir wollen ein sicheres Transportnetz von Energieressourcen aus dem östlichen Mittelmeerraum, aus Israel, Zypern und Griechenland nach Europa“, betonte er. Er betonte auch, dass „die Gründung von East Med Gas sowohl den Sicherheitsdialog als auch die wirtschaftliche Entwicklung der Region unterstützen kann“.

„Ich möchte versicher, dass Zypern ein treuer Partner für die Bemühungen um Zusammenarbeit und Fortschritt in der Region bleibt. Wir sind sehr glücklich, dass die USA heute hier sind, und unterstützen diese Bemühungen „, kommentierte der Präsident der Republik Zypern, Nikos Anastasiades.

Zur gleichen Zeit kündigte das Weiße Haus, dass es am 25. und 26. März den israelischen Premierminister in Washington begrüßen wird. Die beiden Männer bezogen sich nicht auf den angespannten Wahlkampf, in dem sich Israel im Schatten der Klagen befindet, die wegen Beteiligung an einer blutigen Angelegenheit eingereicht wurden. Netanyahu hat jedoch immer wieder versucht, seine Aufmerksamkeit auf die Außenpolitik und seine enge Verbindung zum amerikanischen Präsidenten zu richten.

Für EastMed

Nach Informationen war die Diskussion über East Med mit dem jüngsten Treffen der Außenminister in Houston, USA, und dem East Mid Gas Forum verbunden, zu dem auch Jordanien, Ägypten und Palästina gehörten.

Die geschätzten Kosten des Projekts East Med belaufen sich auf 6 Mrd. EUR und es wird geschätzt, dass sie die sicherste Pipeline der Welt sein wird, da sie aufgrund ihrer großen Tiefe keinen Terroranschlägen ausgesetzt sein kann. Ihre Größe kann sich verdoppeln, um noch größere Mengen aus Israel zu liefern. Nach den gleichen Angaben werden die drei Länder (Griechenland, Zypern, Israel) und Italien mit Unterstützung der USA und in der nächsten Phase mit Drittländern, hauptsächlich Ägypten und den Golfstaaten, die ersten Beteiligten sein.

 

Nach Informationen während der ausgedehnten Gespräche informierte US-Außenminister Mike Pombeo, dass EastMed eine potenziell große kommerzielle Bedeutung für die USA hat, auch im Bereich der Sicherheit. Der US-Außenminister hat zugesagt, die USA werden über ihre Energieriesen das Projekt unterstützen und diesen werde er seine Bedeutung für die Sicherheit und Stabilität klären.

Nach den gleichen Informationen hat Herr Netanyahu ausdrücklich gesagt, dass wir, wenn wir das Projekt bauen, bedeutet es, dass wir uns verpflichtet fühlen, es auch zu schützen.

Die Pipeline Eastmed soll Gas aus dem östlichen Mittelmeer über Zypern und Griechenland in die EU bringen. (Quelle: t-online.de)
Die Pipeline Eastmed soll Gas aus dem östlichen Mittelmeer über Zypern und Griechenland in die EU bringen. (Quelle: t-online.de)

Siehe auch
Karin Leukefeld: Der Große US-Plan für den Nahen Osten (Teil I)

Emmanuel Sarides  22. März 2019
Rubrik: Nahost

4 Gedanken zu „Die USA/Israelischen Pipeline-Pläne im Ostmittelmeer-Raum nehmen Gestalt an“

  1. Ich wäre mir da nicht sicher ob griechenland überhaupt das geld hat um seinen beitrag zum projekt beizutragen. Immerhin müsste griechenland paar milliarden mit dazuzahlen, oder müssen die anderen auch den griechischen anteil bezahlen weil sie ja griechenland alles schulden (religion, wissenschaft, demokratie usw).

    1. Das Geld kommt aus den Banken und Organisationen des Hegemons, Griechenland ist an diesem Projekt wirtschaftlich η τελευταία τρύπα του ζουρνά.
      Seine Rolle am Projekt ist eine andere und zwar die, dass Israel seit den Abmachungen von Kammenos und Tsipras in Jerusalem das Land zu seinem vorgeschobenen Arm gegen die Türkei verwandelt hat. Die israelische Armee benutzt seitdem Griechenland als ein Trainingscamp. Interessant für Israel sind dabei auch die russischen S-300-Abwehrraketen auf Kreta, über die auch der Iran verfügt. Zudem könne die israelische Marine viel von den Griechen lernen. Manöver gibt es immer wieder auf Kreta und auch auf dem Militärstützpunkt nahe der mittelgriechischen Stadt Larisa. Gemeinsam mit den USA wollen Israel und Griechenland zudem auf Kreta einen Überhorizontradar installieren, der das östliche Mittelmeer abdeckt – und damit die Aktivitäten der türkischen Streitkräfte in Luft und Wasser.

  2. Τι να πει κανείς?
    Έχουμε χάσει το φως μας, την φωνή μας, τον μπούσουλα μας έχουμε χάσει, δεν υπάρχει γιατρειά

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