Griechenland: Chinas Brückenkopf in Europa?

Marco Maier
Wikimedia / Nikolaos Diakidis CC BY-SA 3.0

China investiert immer mehr Geld in Griechenland, welches zum Tor der Neuen Seidenstraße zu Europa werden soll. In Brüssel und Berlin sieht man das mit Sorge.

Während die europäischen „Partner“ offenbar kein Interesse daran haben, Griechenland wieder wirtschaftlich und finanziell gesunden zu lassen, sieht man das in Peking offenbar anders. Dort sieht man vor allem das wirtschaftliche Potential des Landes für die Etablierung der Neuen Seidenstraße, die auch als „One Belt One Road Initiative“ (OBOR) bekannt ist. Immerhin liegt die Hellenische Republik geostrategisch an einem wichtigen Punkt.

Für die Griechen ist das chinesische Engagement natürlich eine große Chance, zumal das südosteuropäische Land dadurch auch in der EU eine enorme Aufwertung erhält. Der Hafen von Piräus zum Beispiel spielt für Peking eine große Rolle wenn es um die „Maritime Seidenstraße des 21. Jahrhunderts“ geht. Große Häfen, wie zum Beispiel jener von Rotterdam oder jener Hamburgs, werden so zumindest für die Chinesen und die auf der maritimen Seidenstraße verbundenen Länder weniger interessant.

Vor allem: Die über diesen Handelsweg in Piräus ankommenden Güter lassen sich per Bahn rasch nach Deutschland, Österreich und die (mittel-) osteuropäischen Länder verteilen. Aber auch europäische Güter, die in den Nahen Osten und die asiatischen Länder geliefert werden, können über Griechenland (und dann weiter durch denn Suez-Kanal) einfach verschifft werden.

In Brüssel (und Berlin) sieht man die wachsende Zusammenarbeit Athens mit Peking mit Besorgnis. Man befürchtet eine wachsende Einflussnahme der Volksrepublik auf Europa, zumal Peking bereits mit einigen ehemaligen Ostblockstaaten wirtschaftliche Kooperationsabkommen geschlossen hat und auch dort versucht, Fuß zu fassen. Die harte Linie von Brüssel, Berlin und Frankfurt gegenüber Athen trägt jedoch massiv dazu bei, dass sich die Griechen eben anderweitig um Partner umsehen. China ist da neben Russland eben eine gute Option.

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Quelle: https://www.contra-magazin.com/2017/09/griechenland-chinas-brueckenkopf-in-europa/

Marco Maier  3. November 2017
Rubrik: Global/Globalisierung

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