Die Volksrepublik China hat den 70. Jahrestag ihrer Gründung gefeiert

Am 1. Oktober beging China mit einer großen Militärparade den 70. Jahrestag der Gründung der Volksrepublik. Aus dem einstigen Entwicklungsland ist ein Wirtschaftsgigant und eine Weltmacht geworden

 

Zusammenfassung zweier Sendungen zu dem Thema; auf RTS und Sputnjik-Srbija (Gäste: langjährige China-Korrespondenten von Tanjug, Radio Belgrad und RTS; sowie der China-Experte Cavoski, der in Peking sein Doktorat für Geschichte machte).

Historie: Nach 150 Jahren Unruhen, Kriegen, Unterwerfung und (ab 1927) 22 Jahren Bürgerkrieg (vergleichbar mit Russland: Rote contra Weiße Armee … ein Bürgerkrieg, der eigentlich bereits 1911, mit dem Fall des Kaiserreichs, begann und mehrmals durch Kriege mit Japan (mit mehr als 20 Mio. toten Chinesen) „unterbrochen“ wurde), hat Mao 1949 erneut einen unabhängigen, souveränen chin. Staat ausgerufen. Ein Staat, der damals völlig zerstört war; buchstäblich am Boden lag.

Was das damalige China mit dem heutigen gemein hat? 1. die Partei (sprich: die politische Führung); 2. die Fahne; 3. die Hymne; 4. die Verfassung; 5. den Landesnamen. Leitspruch: „In anderen Ländern wechseln die Parteien, während das System gleich bleibt. Bei uns wechseln die Systeme, während die Partei gleich bleibt.“

China hatte vier Phasen der Modernisierung (angefangen mit 1963 über 1977 etc.). Ohne Mao (nach chin. Auffassung hat dieser: „70% gut gemacht und 30 % „weniger gut“), der das Land stabilisierte bzw. überhaupt unabhängig machte, wäre die aktuelle letzte Phase des kometenhaften wirtschaftlichen Aufstieges von China: UNDENKBAR! (Xi erwähnt in seinen Reden häufig Mao … außerdem: 1949 konnten weniger als 10 % schreiben/lesen – 1977: fast 70 % … hier wurde der Kader geschaffen, der in weiterer Folge …). In diesem Zusammenhang: das strategische Meisterstück: China hat sich in den 70-ern an den wertewesten-Zug, der die Sowjetunion vernichten sollte, absichtlich(!) angehängt. Eigentlich nur, um vom wertewesten „zu lernen“.

Parade zum 70. Jahrestag: Sie haben sich ein ganzes Jahr darauf vorbereitet. Vor ungefähr sechs Monaten wurden alle wichtigen Orte (Tiananmen-Platz, Verbotene Stadt) herausgeputzt/frisch gestrichen. Damals haben sich viele Ausländer nach dem Grund gefragt. Heute wissen wir, warum. Letztes Jahr hat das chin. Staatsfernsehen einen neuen Sender ins Leben gerufen, der „alle Stücke spielt“ (4-K, HD, beste Auflösung, bester Ton etc.). Heute wissen wir, warum. Die Parade war ein Multimedia-Spektakel (Anmk: nur wenige Auserwählte konnten die Parade direkt miterleben). Die letzten Wochen hindurch wurden Teile der Innenstadt großräumig gesperrt, um zu üben. Jeder einzelne Teil der Parade hat mehrmals geübt. Kurzum: Es wurde alles bis ins kleinste Detail minutiös vorbereitet. Es war die größte Parade in der chin. Geschichte.

Militär: Die Parade war eine Demonstration der militär. Macht UND der nationalen Einheit. An ihr haben 15.000 Soldaten und 100.000 Bürger aller ethnischen Gruppen als Zuseher teilgenommen. Weiters konnten div. technologisch modifizierte Waffensysteme begutachtet werden; zu Land, Wasser und der Luft. Höhepunkte: 1. Hyperschall-Raketen: DF-17 (Reichweite: bis zu 2.500 km); 2. Tarnkappen-Drohnen; 3. Flugzeuge der 5. Generation (J-20); 4. absoluter Höhepunkt: Interkontinentalrakete: DF-100 (Reichweite bis zu 15.000 km … damit wäre nun auch GANZ amiland „abgedeckt“ …).

China hat aktuell das zweitgrößte Militärbudget (177 Mrd. dollar; das Doppelte von Russland). Bei konventionellen Waffen soll es 10 Parameter geben, an denen militär. Macht gemessen wird. Davon soll China bei mind. sechs Parametern die amis nicht nur überholt, sondern längst abgehängt haben. Heute kann „kein Mensch“ China auf 1.000 Seemeilen nahe kommen. Xi auf der Parade: „Keine Macht kann China von ihrem Weg abbringen bzw. ihre Souveränität gefährden!“
Randbemerkung: Jedes Mal, wenn Xi als Vorsitzender der Kommission für militärische Angelegenheit auftritt, dann tut er das in Sun Jat-sen-Kleidung (fälschlicherweise im wertewesten als: Mao-Outfit bekannt …).

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Die kommunistische Partei: Was die westl. Plappermäuler meist verschweigen: die entscheidende Rolle für den Aufstieg Chinas, hat die kommunistische Partei gespielt (Zitat: „Die größte (über 90 Mio. Mitglieder) und gleichzeitig erfolgreichste politische Organisation in der Geschichte der Menschheit.“). Insbesondere unter dem Vorsitz von Xi macht die Partei genau das Gegenteil von dem, was die Schwester-Parteien des ehem. Ostblocks getan haben (inkl. Jugoslawien): Sie zieht sich NICHT zurück! (erst recht nicht nach „der Farbenrevolution“: Tiananmen). Die Partei wurde zum Mittelpunkt aller wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Entwicklungen im Staate. 50 % der Mitglieder haben heute höhere bzw. hohe Schulen abgeschlossen. Die Zeiten der „revolutionären Partei“ sind längst passe; heute ist das eine Partei der Intellektuellen. Chinesische Parteischulen sind heutzutage auf dem Niveau von Akademien der Wissenschaften so mancher „führenden Staaten“ …

Wirtschaft: Für 130 Länder der Erde ist China zur Zeit der wichtigste Handelspartner. 1978 haben rd. 80% der Chinesen unter der Armutsgrenze gelebt (weniger als zwei dollar/Tag); heute hat die stetig wachsende Mittelschicht in den größeren Ballungsräumen ein Durchschnittseinkommen von 1.000 – 1.300 euronen. 2018 war das Brutto-Durchschnittseinkommen 180 Mal höher als 1952.

Die Privatisierung des Hafens in Piräus war von Anfang an umstritten. Quelle: Handout PPA
Zur „Neuen Seidenstraße“ gehört auch der Hafen Piräus bei Athen

Bis 2021 (100. Geburtstag der kommunistischen Partei) möchten sie ihren BIP, im Vergleich zu 2010, verdoppeln (verglichen mit 1949, ist er 300 Mal höher … nur um ein Gefühl zu bekommen: der BIP wächst JEDE Sekunde um 400.000 dollar). Bis 2035 planen sie, führend im Bereich technische Innovationen zu werden (u.a.: künstliche Intelligenz … Anmk: wenn sie das nicht schon längst sind …). Für 2049 (100 Jahre Volksrepublik China) haben sie geplant, wirtschaftlich dreimal stärker als amiland zu sein. China hatte 1980 2 % Anteil am Welthandel; 2016 um die 15% und für 2040 ist rd. ein Drittel Anteil geplant. 2049 sollte China „endlich ein entwickeltes, sozialistisches Land sein“ (nach ihrer Auffassung sind sie immer noch: „ein Land in der Entwicklung“ … außerdem: sie wollen sich bloß entwickeln … und NIEMANDEN von irgendeiner Spitze verdrängen/stoßen; wie im wertewesten proklamiert).

Fazit: Wir haben es hier mit einer Nation zu tun, die „schlappe“ 1,4 Mrd. Menschen zählt und auf tausende Jahre Geschichte, Kultur und Erfahrung zurückblicken kann. Wie viel davon ist da in den Genen?

Der „Pekinger Konsens“ war die Antwort auf den neo-liberalen „washingtoner Konsens“. Peking und washington gehen in zwei vollkommen unterschiedliche Richtungen (washington von neo-liberal in Richtung konservativ, protektionistisch). Normalerweise sollten sich diese Wege nicht kreuzen … in diesem Zusammenhang: viel gefährlicher als der Aufstieg Chinas ist der Abstieg amilands (ami-Anteil am Welthandel: 1945: 50 % … 1985: 22,4 % … heute: um die 15 %).

Welche Philosophie steckt hinter dem Erfolg?
1. Aus der Praxis (präziser: den Erfahrungen daraus) lernen und erst danach Regeln/Gesetze aufstellen (in Gegensatz zu vielen anderen Ländern, die zuerst Regeln/Gesetze schreiben und sich danach praktisch selbst, häufig übertrieben, einschränken).
2. Handeln einer pro-aktiven Regierung, die das Wohl der gesamten Bevölkerung als oberstes Ziel hat.

Hongkong: Vorab, die Vereinbarung mit China wurde in einem falschen Licht dargestellt (Anmk: wen wundert das noch?). Hongkong hat solche und ähnliche Vereinbarungen bisher mit mehr als 20 Staaten/Gebieten unterfertigt. Nach der Vereinbarung hätte der Auszuliefernde auch nach gütligem Hongkonger-Recht eine Straftat begehen müssen (folglich: keine „politisch Verfolgten“ wären ausgeliefert worden). Als die Gouverneurin von Hongkong im März d. J. mit dem Gesetz an die Öffentlichkeit trat, hat sie dies offensichtlich aus reiner Eigeninitiative gemacht; de facto: nicht mit Peking abgesprochen. Offenbar wollte sie sich mit dem Schritt Peking anbiedern (Anmk: oder dem wertewesten einen Gefallen tun???). Peking ist sehr darauf bedacht, das Prinzip „ein Staat – zwei Systeme“, welches für 50 Jahre vereinbart wurde, zu achten.

Die ami-Wirtschaftskammer in Hongkong und div. liberale Politiker sind „sofort angesprungen“. Daraufhin kam es zu Protesten, wobei die Protestierenden gespalten sind. Viele äußerten eigentlich ihren Unmut über die neo-liberale Politik und sozialen Ungerechtigkeiten (Hongkong hat ein typisch kapitalistisches System: wenig Reiche, viel Armut und sozial auf dem Standard vieler Entwicklungsländer … gepaart mit kolonialer Mentalität … OHNE abgewickelte De -Kolonialisierung). Folglich: die Bewegung ist geteilt; die kleinere Gruppe sind gewaltbereite, militante neo-liberale Protestierende, während die weitaus größere Gruppe aus wirtschaftlichen/sozialen Beweggründen – und OHNE Hang zur Gewalt! – auf der Straße ist (Anmk: jetzt dürfte vermutlich auch klarer sein, wer da wen auf den Straßen niederknüppelt).

Beziehungen Serbien – China: 1978 durften die ersten 40 Chinesen im Ausland studieren (heute sind es rd. 800.000; alleine 300.000 in amiland); davon kamen zwei Studenten nach Jugoslawien (eine Dame: sie ist heute Vorsitzenden des „Institutes für Weltwirtschaft“ in Peking und ein Herr: Diplomat und Botschafter). Jugoslawien war Ende der 70-er (Öffnung Chinas) eines der wichtigsten Vorbilder (man hat nach einem „alternativen sozialistischen Weg“ gesucht … davor – unter Mao – war Jugoslawien ein: „sozialistischer Verräter“).

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BELGRAD, 18. Juni 2016 (Xinhuanet) — Der chinesische Staatspräsident Xi Jinping (l.) trifft sich mit dem serbischen Ministerpräsidenten Aleksandar Vučić in Belgrad, Serbien, 18. Juni 2016. (Quelle: Xinhua/Ma Zhancheng)

Sie konnten in Bereichen wie Dekollektivierung der Wirtschaft, Einführung von Marktwirtschaft in eine Planwirtschaft oder private Landreform lernen (aber auch: aus Fehlern! … z.B. das weitgehend dezentralisierte politische System sahen die Chinesen als Weg, den sie nicht einschlagen wollen). Letztendlich haben sich dutzende Gelehrte in mehreren Pekinger Instituten mit den „System Jugoslawien“ befasst und zahlreiche Studien geschrieben (Tenor: „In 50 Jahren wollen wir genauso gut entwickelt sein!“ … wo beide heute stehen, ist eine andere Geschichte …). Das chin. System nennt sich heute: „Sozialismus mit chinesischen Charakteristiken.“

cnn: „Serbien ist heute Chinas größter Freund in Europa.“ Das könnte zum Problem werden: „Wenn sich Elefanten streiten – oder Liebe machen – verunglückt das Gras unter ihnen.“ Da heißt es: Vorsicht walten zu lassen! Denn der Druck des wertewestens wird nicht kleiner werden; im Gegenteil.

War das Bombardement der chin. Botschaft 1999 (mit vier toten Chinesen) eine Art Ernüchterung? Auf jeden Fall. Erstens, haben sie keine Sekunde an das Märchen mit dem „irrtümlichen Treffer“ geglaubt. Zweitens, haben sie sich daraufhin noch ernsthafter/intensiver um die Verteidigung des Landes bzw. generell um die militärische Stärke gekümmert. Heuer hatten wir bis September um die 80.000 Touristen aus China, die u. a. auch die Ruinen der chin. Botschaft besuchen und Blumen niederlegen.

Was sagen die Chinesen zum Thema Kosovo? Sie werden sich nicht einmischen; keine neunmalklugen Ratschläge erteilen. Dafür haben sie diesbez. viel zu viel an eigenen Problemen: Macao, Hongkong, Tibet, Taiwan oder 20 Mio. Uiguren in Nordwesten. Sie sagen allgemein: „Was Belgrad entscheidet, ist für uns in Ordnung.“

Interessante Anekdoten und Zitate:

1. Napoleon: „Weckt bloß China nicht auf! Es könnte die ganze Welt erzittern!“

2. der ehem. ami-Außenminister john kerry (sichtlich frustriert vor ami-Studenten) über seine Erfahrungen während der 90-er: „Ich fuhr mit einem dieser chin. Hochgeschwindigkeitszüge; durchschnittlich rd. 300 km/h. Sie stellten mir ein Glas Wasser hin. Während der gesamten Fahrt wurde nicht ein Tropfen verschüttet! Wie kann es sein, dass ich in amiland auf der selben Strecke UND halber Geschwindigkeit mit Sicherheit völlig durchnässt ankommen würde??? In China hat das 21. Jhdt. bereits damals schon längst begonnen!“

3. Auf die Frage der wertewesten-Journaille, was er von der Französischen Revolution halte, antwortete ein chin. Spitzenpolitiker: „Es ist noch viel zu früh, um sich darüber ein Urteil bilden zu können!“

4. Auf die Frage der wertewesten-Journaille, was er zur Vergabe des Nobelpreises an einen chinesischen Dissidenten zu sagen hat, meinte ein chin. Spitzenpolitiker verärgert: „Hört zu! Ich muss über das Schicksal von 1,3 Mrd. Menschen nachdenken … und IHR stellt mir eine Frage, zu einem einzelnen Menschen?“

5. Deng Xiaoping (der Vater der Reformen) hat kurz vor seinem Tod, zu den allgegenwärtigen Diskussion, ob das, was da gerade stattfindet, noch Sozialismus sei, gesagt: „Hört endlich auf, herum zu philosophieren! An die Arbeit! Es ist nicht wichtig, wie wir ein System nennen. Es ist viel wichtiger, dass es die Macht des Staates stärkt und der Bevölkerung Positives/Gutes bringt!“

6. Eine wertewesten-Journaille vor rd. 20 Jahren zu einem erfolgreichen chin. Geschäftsmann: „Warum wehren Sie sich eigentlich nicht gegen die Bevormundung durch die komm. Partei?“ Der Geschäftsmann: „Sie verstehen offensichtlich China nicht. Gerade die Partei hat mir doch ermöglicht, das hier alles zu besitzen …“

7. chin. Kommentar im Internet: „Wir haben viel erreicht! Aber, wir haben gerade erst angefangen!“

8. In der chin. Partei ist häufig ein „verzögertes Handeln“ zu beobachten. So kam eine Rede von Xi aus 2012/13 erst vor ein paar Wochen an die Öffentlichkeit: „Ich glaube fest an die Prophezeiungen von Marx und Engels, dass der Sozialismus den Kapitalismus besiegen wird. ABER! Das wird erst nach einigen Dutzend Generationen der Fall sein …“

9. Ein ehemaliger Funktionär von ronald reagan (jetzt: Vortragender an einer chin. Universität): „Das chin. Modell der Demokratie, angefangen mit Basis-Diskussionen, wo die Ideen hin zur Parteispitze gefiltert werden, ist viel produktiver und weitaus demokratischer als das wertewesten-Modell.“

FAZIT: „Was China in den letzten 40 Jahren schaffte, dafür haben alle anderen Länder 300 Jahre gebraucht. Sie haben es fertig gebracht, ihre industrielle, technologische und informatorische Revolution in kürzester Zeit zu absolvieren. In der Geschichte der Menschheit hat die Welt tektonischen Veränderungen in dem Ausmaß, in so kurzer Zeit, bisher noch nicht gesehen!“

Quelle: http://www.vineyardsaker.de/2019/09/30/dies-und-das-der-preis-der-demokratie-und-knapp-davor/#more-1272

sloga  6. Oktober 2019
Rubrik: Global/Globalisierung/NWO

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